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„Michael Tyrie," sagte sie, «die albernen Weiber des Dor-fes verehren dich wie einen Gott, sei mir ein solcher, undsage mir, daß mein Sohn am Leben ist; sage dieß, und ichwill zu deinem Glauben übergehen; ich will mein Knie amsiebenten Tage im Hause deiner Verehrung beugen und deinGott soll mein Gott sein."
„Unglückliches Weib," erwiderte der Geistliche, „der Menschschließt keine Verträge mit seinem Schöpfer wie mit einemGeschöpf von Thon, welches wie er selbst geschaffen ist.Glaubst du, mit Ihm markten zu können, welcher die Erdebildete und den Himmel ausbreitete, oder daß du etwas an-ders als Unterwerfung und Andacht ihm darbieten kannst,was kn seinen Augen der Annahme werth wäre? Er hatGehorsam, keine Opfer verlangt; er will Geduld bei den Prü-fungen, womit er uns heinisucht, aber nicht eitle Bestechung,wie sie der Mensch seinem unbeständigen Bruder von Thonanbietet, damit er seinen Zweck aufgebe."
„Schweig, Priester!" erwiderte das verzweifelnde Weib,„rede nicht mit mir in Worten deines weisen Buches; Els-pat's Verwandte waren solche, welche sich bekreuzigten, undniederknieten, wenn die Klingel in der Messe ertönte; sie weiß,daß am Altäre Buße für die im Felde vollbrachten Thatenkann gethan werden. Elspat hatte einst Heerden, Ziegen aufden Klippen und Rinder im Thale; sie trug Gold am Halsund im Haar, dicke Geflechte, wie diejenigen, womit die al-ten Helden sich schmückten. Alles dieß hätte sie bereitwilligdem Priester gegeben; und hätte er den Schmuck einer edlenDame oder die Börse eines mächtigen Häuptlings gewollt,so würde sie Elspat ihm verschafft haben, wären jene auchso mächtig wie Macallanmore gewesen. Elspat aber ist jetztarm und hat nichts zu geben. Aber der schwarze Abt vonDas gefährl. Schloß u. and. Erzähl, 35