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25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
Entstehung
Seite
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gefolgt. In ihrem Antlitz lag der finstere, gegen äußere Ein-wirkung fich abschließende Ausdruck des hoffnungslosen undüberwältigenden Kummers mit den streitenden Gefühlen derSelbstvorwürfe und des Stolzes gemischt, welcher dieselbenzu verhehlen strebte. Sie errieth vielleicht, daß eine Neugierwegen ihrer ungewöhnlichen Geschichte die Veranlassung sei»weßhalb ich mich in ihre Einsamkeit eingedrängt habe; eskonnte ihr nicht angenehm sein, daß ein Schicksal wie dasihrige, Reisenden Unterhaltung gewähre. Der Blick jedoch,womit fie mich betrachtete, war der des Stolzes, nicht derVerlegenheit. Die Meinung der Welt konnte kein Iota zurLast ihres Elends hinzusügen oder davon hinwegnehmen; mitAusnahme eines halben Lächelns, das Verachtung eines Wesensanzudeuten schien, das durch die Stärke seines Kummers überden gewöhnlichen Kreis der Menschlichkeit hinaus entrückt war,zeigte fie fich so gleichgültig gegen meinen Blick, als sei fieein Leichnam oder eine Marmorstatue.

Elspat war über die mittlere Größe; ihr jetzt ergrautesHaar war noch immer dicht; einst war es dunkelschwarz ge-wesen. Schwarz auch waren ihre Augen, in denen das wildeund verstörte Licht, welches eine wahnfinnige Seele anzeigt,im Gegensatz zu ihren finstern und strengen Zügen erglänzte.Ihr Haar war um eine silberne Nadel mit einiger Aufmerk-samkeit auf schöne Form gewunden, und ihr dunkler Mantelmit einigem Geschmack um fie geworfen, obgleich das Mate-rial von der gröbsten Art war.

Nachdem ich auf dies Opfer der Schuld und des Elendsso lange geblickt hatte, bis ich mich zu schweigen schämte, ob-gleich ich nicht wußte, wie ich die Frau anreden sollte, be-gann ich meine Uebcrraschung auszusprechen, daß fie solch eineeinsame und beklagenswerthe Wohnung gewählt habe. Sie