Druckschrift 
25 (1852) Das gefährliche Schloß [u.a.]
Entstehung
Seite
371
Einzelbild herunterladen
 

371

licnunglück, denn der Gemahl der Dame fiel in der Schlachtvon Floddenfield.

Weiterhin hatten wir unfern Antheil am Nationalunglück.Unsere Güter wurden im großen Bürgerkrieg eingezogen,weil meine Vorfahren vornehmeren Leuten auf das Schlacht-feld von Langfide folgten. In den heftig bewegten Zeiten derletzten Stewarts erlitten wir schwere Geldstrafen, weil wirgeächtete reformirte Prediger beherbergt und versteckt hatten;wir entgingen kaum der Gefahr, einen Märtyrer zum Kalen-der der CovenanterS in der Person des Vaters unseres Fa-milienhistorikers hinzuzufügen. Er nahm jedoch dem Pferdedas Bündel ab, wie das Manuscript sich hier ausdrückt, fügtesich den Bedingungen der Amnestie, welche die Regierung an-bot, und unterschrieb einen Schein, daß er später nicht mehrAnstoß geben werde. Mein Ahn macht über die Schwächeseines Vaters in Aufgebung seiner Partei so milde Bemer-kungen , als cs ihm nur möglich ist; er tröstet sich dadurch,daß er seinen Mangel an Entschlossenheit seinem Widerstrebenzuschrcibt, den Untergang einer alten Familie zu veranlassenund zu gestatten, daß seine Landgüter vom Staat eingezogenwürden.

Und wahrlich," schrieb der ehrwürdige Geschichtschreiber,treffen wir in Schottland wenig Schlemmer, denen ihr Bauchein Gott ist, und welche unnatürlich genug sind, das ihnenhinterlaffene Erbtheil in Verschwendung und Liederlichkeit zuverschlingen, so daß sie wie der verlorne Sohn die Trebernaus einem Schweinetroge fressen müssen. Sowie ich nundas Dasein solcher unnatürlicher Nero's in meiner eigenen Fa-milie nicht zu fürchten brauche, die das Eigenthum ihres Hauseswie unvernünftige Thiere aus bloßer Gefräßigkeit und Lieder-lichkeit verschlingen, brauche ich auch nur meine Abkömmlinge

21*