bewiesen, daß mein Freund sich in jenem unglückseligen Zu-stande befand, wo das lbierische Leben die geisten Kräfteüberdauert hat- Er blickte mich einen Augenblick an,schien aber dann meine Gegenwart nicht zu merken undfuhr fort — einst ein so höflicher und wohlerzogenerMann! — unverständliche aber heftige Vorwürfe gegenseine Nichte und seinen Bedienten zu stottern, weil erselbst eine Tbectaffe bei dem Versuche sie auf den Tischan seinem Ellbogen zu stellen, hatte zu Boden fallenlassen. Seine Augen glänzten wegen seiner Gereiztheit vonaugenblicklichem Feuer, er suchte aber vergeblich nach Worten,um sich seiner Heftigkeit gemäß auszudrücken, als er vonfeinem Diener auf seine Nichte und dann aus den Tischblickend ihnen darzulegen sich bemühte, daß sie die Taffe inzu großer Entfernung von ihm hingestellt hätten, obgleich die-selbe seinen Armstuhl berührte-
Die junge Dame, welche natürlich einen madonnengleichenAusdruck der Ergebung in ihrem Antlitz zeigte, horchte aufsein ärgerliches Schelten mit der demüthigsten Unterwürfig-keit, hielt den Diener zurück, welcher mit weniger Zartgefühlsich auf seine Rechtfertigung einlaffen wollte, und mildertezuletzt, durch den süßen und sanften Ton ihrer Stimme, dieHeftigkeit seines grundlosen Aergers-
Alsdann warf sic auf mich einen Blick, welcher zu sagenschien, „ihr seht hier Alles, was von eurem Freunde nochübrig ist " Zugleich schien derselbe auszudrücken, „eure Ge-genwart hier kann uns Allen nur peinlich sein."
„Vergebt mir, junge Dame," sagte ich, so gut es mir meineThränen erlaubten, „ich bin ein Eurem Oheim ungemein ver-pflichteter Mann, mein Name ist Croftangrp.
„Gott, daß ich Euch nicht erkannte, Herr Croftangry,"