-eitstagcs kaum hätte auöhalten können. Ich empfand die Unge-duld eines Bullenbeißers, welcher vergeblich an der Kette zerrt,um den Spielraum, welche sie ihm gestattet, auSzudehnen.
Jeden Tag ging ich an der Seite der Straßenrinne spa-zieren, welche das Heiligthum von dem vorrechtsloscn TheileCanongate's absondert; obgleich es Mitte Sommers warund der Schauplatz in der alten Stadt Edinburg, zog ichdenselben doch der frischen Luft und dem grünen Rasen vor,die ich im Park oder unter dem kühlen und feierlichen Dun-kel des Säulenganges hätte genießen können, welcher denPalast umgibt. Einer gleichgültigen Person hätten beideSeiten der Straßenrinne ziemlich gleich sein können; denndie Häuser find in gleicher Weise schlecht, die Kinder zerlumptund schmutzig, die Fuhrleute grob, und das Ganze bietetdasselbe Bild des Lebens niederer Stände in einem wenigbewohnten und verarmten Viertel der großen Stadt. Fürmich aber war die Straßenrinne ein Bach Kidron; der Tod warjenem Manne als Strafe verkündet, wenn er ihn überschreitenwürde, ohne Zweifel, weil die Weisheit dessen, welcher dasUrtheil aussprach, vorhergesehen hatte, daß der Wunsch desdem Unglück Geweihten, das Verbot zu überschreiten, un-widerstehlich sein würde, sobald das Hinderniß den Stromzu überschreiten entfernt wäre; derselbe werde dann sicher-lich auf sein Haupt die Strafe Herabrufen, welcher er schonmit Recht verfallen war, weil er den.Gesalbten des Herrnverfluchte. Was mich betrifft, so schien sich das ganze Ely-sium auf der andern Seite des Abzugskanals zu eröffnen, undich beneidete die Straßenjungen, welche den Strom mit ihrenDämmen von Koth aufhaltcnd, ein Recht besaßen, auf jederSeite der schmutzigen Lache nach Belieben zu stehen. Ichwar sogar so kindisch, daß ich gelegentlich einen StreifzugDas gefährd Schloß ». and. Erzähl, 23