daß ich dicß der Wahrheit und Kraft der ursprünglichenSkizze, nach einer wirklichen Begebenheit, verdanke, und ichbedaure, daß ich dieselbe dem Publikum nicht darbieten darf.
Alte und seltene Bücher, sowie eine beträchtliche Samm-lung von Familiensagen, öffneten mir einen weiteren Steinbruchfür meine Bauten und zwar einen so ergiebigen, daß dieKraft des Arbeiters eher hätte erschöpft werden müssen, alsdaß ihm das Material ausgegangen wäre. Als Beispiel er-wähne ich nur, daß die furchtbare Katastrophe in der Brautvon Lammermoor, in einer hohen schottischen Familiewirklich vorgekommen ist. Das weibliche Mitglied derselben,welches mir die traurige Erzählung vor vielen Jahren mit-theilte, war eine nahe Verwandte derselben und erzählte siemir immer mit dem Ausdruck düsterer Heimlichkeit, welche dieTheilnahme höher spannte. Sie hatte selbst in ihrer Jugendden Bruder gekannt, welcher dem unglücklichen Opfer zumverhängnißvollen Altäre voranritt; derselbe war damalsnoch ein Knabe, und dachte beinahe an Nichts weiter, alsan sein eigenes schmuckes Erscheinen im Brautzuge, bemerkteaber doch, die Hand seiner Schwester sei feucht und kalt, wiedie einer Statue. Es ist unnöthig den Schleier von diesemAuftritt eines Familienunglöcks hinwegzuziehen; auch würdedieß den Repräsentanten des betreffenden edlen Hauses nichtganz angenehm sein, obgleich das Ereigniß mehr als hun-dert Jahre alt ist. Ich bemerke nur noch, daß ich blosdie Ereignisse nachahmte, allein weder die Mittel hatte, nochdie Absicht hegte, die Sitten oder die Charaktere der in derGeschichte wirklich betheiligten Personen zu schildern.
Ich erkläre hier überhaupt, daß ich zwar von historischenPersonen annahm, daß ihre Schilderung mir frei stehe, daßich aber nie die Achtung verletzte, welche man dem Privat-