286
gen, als das geringste Geheimniß seiner Gebieterin verrathenwill."
„In der Bewahrung ihres Geheimnisses," sagte Bertram,„vollbrachte ich nur die Pflicht eines getreuen Dieners, in-dem ich es ihrem Urtheile überließ, wie lange ein solches Ge-heimniß aufzubewahren sei; ein treuer Diener darf nämlichan den Ausgang des ihm ertheilten Auftrages eben so wenigdenken, als sich das seidene Band um das Geheimniß desBriefes bekümmert, welchen dasselbe umwindet. Und wasEure Fragen betrifft, so habe ich nichts dagegen, wenn auchnur, um Eure Neugier zu befriedigen, daß ich Euch mittheile,wie diese alten Prophezeihungen einige Angaben über Kriegein Douglasdale zwischen einem wilden Falken oder Habicht,was ich für das Feldzeichen des Sir John de Walton halte,und den drei Sternen oder goldenen Knäufen enthalten,worin das Feldzeichen der Douglas besteht, besonders aberkönnte ich dir von diesen Gefechten mittheilen, wüßte ich,wo sich irgend hier in den Wäldern ein Platz, „blutigeQuelle" genannt, vorfindet; soweit ich es verstehe, derSchauplatz von Gemetzel und Tod zwischen den Anhängernder drei Sterne und denjenigen, welche die Partei der Sach-sen oder des Königs von England vertreten."
„Einen solchen Ort," erwiderte Gilbert Greenlcaf, „habeich oft unter diesem Namen von den Eingebornen dieser Ge-genden nennen hören; es ist jedoch vergeblich, daß wir dengenauen Ort zu entdecken suchen, denn diese listigen Schottenverhehlen uns mit großer Sorgfalt Alles, was auf dieGeographie ihres Landes Bezug hat, wie das Ding von dengelehrten Männern benannt wird; wir können jedoch hierdie blutige Quelle den bodenlosen Sumpf und andere Plätzeals Orte mit verhängnißvollen Namen erwähnen, womit ihre