brandmarkte. Er machte eine Anstrengung, um seinen Gleich-mut- zu bewahren, während er mit einer gewissen Ruhe ant-wortete: »Ihr habt Eure Meinung gesagt, Sir Apmer deValence, und ich danke Euch, daß Ihr mir sie offen und kühnohne Rücksicht auf die mcinige geäußert habt. Es ist nichtganz so klar, daß ich meine eigenen Gedanken den Eurigenunterordnen müßte, im Fall die Vorschriften, unter denen ichmeinen Oberbefehl habe, die Befehle des Königs und die Be-obachtungen, die von mir selbst ausgingen, mir ein anderesVerfahren vorschreiben, als Ihr mir anzurathen für gut findet."
De Walton verbeugte sich zum Schluß mit großem Ernst;der junge Ritter gab den Gruß mit demselben Grade steiferFörmlichkeit zurück, fragte, ob ihm besondere Befehle überseinen Dienst im Schloß zu ertheilcn seien, und entfernte sich,als er eine verneinende Antwort erhalten hatte.
Sir John de Walton äußerte einige Worte des Aergers,als sei seine Hoffnung getäuscht, daß seine Zuvorkommenheithinsichtlich einer Erklärung mit seinem jungen Freunde widerErwarten erfolglos geblieben sei, runzelte die Stirn, als er-gebe er Ich tiefem Nachdenken, und ging mehrere Male imGemache auf und ab, während er überdachte, welches Ver-fahren unter diesen Umständen einzuschlagen sei.
„Es ist hart für mich," dachte er, „ihm einen strengenTadel zu crtheilen, wenn ich bedenken muß, daß meine eigenenGedanken und Gefühle bei meinem ersten Auftreten im Lebendieselben, wie bei diesem schwindelhaften und heißblütigen abergroßmüthigen Burschen gewesen sein würden. Die Klugheitlehrt mich bei tausend Umständen, gegen die Menschen Ver-dacht zu' hegen; wo kein genügender Grund vorhanden ist,will ich auch meine Ehre und Vermögen eher wagen, als daßich einem faulen, herumstreichenden Sänger einigen Schmerz