gentheil seine Furcht, so phantastisch sie auch sein mag, imAugenblick, wo er sie ausspricht, aufrichtig gemeint ist, so ge-ziemt es mir, den Befehlen pünktlich zu gehorchen, welche,wie abgeschmackt sie auch sein mögen, in Folge der vom Gou-verneur gehegten Ansichten gegeben werden, daß sie durch dieZeitumständc nöthig werden, nicht aber Erfindungen sein sollen,um die Offiziere zu ärgern und ihnen seine amtliche Herrschaftfühlbar zu machen. Ich möchte wissen, wie sich die Sache wirk-lich verhält, und ob der einst so berühmte Walton seine Feindemehr fürchtet, als es einem Ritter geziemt, oder ob er seineeingebildete Besorgniß zum Vorwand macht, um seine Freundezu tyrannisiren- Ich kann nicht sagen, ob dies bei mir einengroßen Unterschied machen würde; ich möchte aber doch lieber,daß der einst von mir geliebte Mann ein kleinlicher Tyrann,als ein schwachsinniger Feigling geworden wäre; es wäre mirlieber, daß er suchen sollte, mich zu plagen, als daß er vorseinem eigenen Schatten erschrickt."
Der junge Ritter ritt mit diesen Gedanken über den Dammweg, welcher den Wassergraben durchzog; als er durch dasstark befestigte Thor gekommen war, ertheilte er strenge Be-fehle, das Fallgatter herunierzulaffen und die Zugbrücke auf-zuziehen, sogar wenn de Waltons eigene Fahne vor derselbenerscheinen sollte.
Eine langsame und vorsichtige Bewegung vom Jagdgrundenach Castle Douglas gab dem Gouverneur genügende Zeit,um sich wieder zu fassen, und um zu vergessen, daß sein jungerFreund weniger Bereitwilligkeit wie gewöhnlich in der Aus-führung seiner Befehle gezeigt hatte. Er war sogar geneigt,die Länge der Zeit und den äußersten Grad von Förmlich-keiten als Scherz zu betrachten, womit jeder Umstand kriegeri-scher Disciplin bei seiner eigenen Zulassung in das Schloß