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war, da die Regentschaft den Kern des Heeres i» Navarra ge-brauchte, wo die Franzosen eingedrungen waren. Sie hoffte, To-ledo's tapferer und langer Widerstand werde endlich ganz Spanienwieder ermuntern, für die Sache der Freiheit sich noch einmal zuerheben.
Donna Maria genoß in Toledo einer fast unbeschränkten Ge-walt. Die Achtung für ihr Geschlecht, mehr noch die Bewunde-rung, welche ihr Muth, ihre großen Eigenschaften einflößtcn, dieallgemeine Liebe des Volks für ihren unglücklichen Gemahl, fürden Märtyrer der Freiheit und der Vaterlandsrechte, — dies Allesübertrug auf sie dasselbe Ansehen, welches Padilla selbst genossenhatte. Ihre Klugheit, ihr Mnth rechtfertigten das allgemeineZutrauen. Sie wandte sich an den französischen Feldherrn inNavarra, munterte ihn znm Vordringen ans, versprach ihm mäch-tige Unterstützung. Sie schrieb Briefe, um die gesunkenen Hoff-nungen der andern Städte wieder zu entzünden; schickte ihre Leutenach allen Richtungen aus; warb Soldaten; forderte von der Geist-lichkeit große Geldsummen, das Kriegsvolk zu besolden; und ver-säumte nichts, das Volk in Begeisterung zu erhalten. Statt derFahnen ließ sie vor den Heerbandcn das Kreuz hertragen, alswäre der Krieg ein Kampf gegen die Ungläubige». Sie ritt aufeinem Maulthier durch die Straßen Toledo's, ihren kleine» Sohnanf dem Arm tragend, ganz in Trauer gekleidet; vor ihr her trugman ei» Fähnlein, worin Padilla's Märtyrertod abgebildet war.Durch solche und ähnliche Handlungen hielt sic die Gemüther derToledaner in beständiger Spannung.
So lange das spanische Heer in Navarra beschäftigt war,konnte die Regentschaft nichts gegen Toledo ansrichten. Sie be-gnügte sich, das Ansehen der Donna Maria beim Volk zu ver-kleinern, oder sie selbst mit Versprechungen zur Nachgiebigkeit zuversuchen, oder sich an ihre» Bruder, den Marquis von Mondcjar,