Druckschrift 
35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
Entstehung
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Man erlaubte ihm noch, an seine Gemahlin und an die Ge-meinde von Toledo, deren Mitbürger er war, zu schreiben. Wirtheilen diese Briefe mit, wie sie uns Robertson aus älter» Schrift-stellern ausbewahrt hat. Noch find Porliers Briefe, die er vorseiner Hinrichtung schrieb, da er für die nämliche Sache in Spa-nien starb, in frischem Andenken. Folgendes schrieb Padilla anseine Gattin:

Schmerzte mich Dein Kummer nicht mehr, als mein Tod,ich fühlte mich vollkommen glücklich. Man muß einmal zu lebenaufhören, das ist aller Menschen Loos. Aber meinen Tod be-trachte ich als eine besondere Gnade des Allmächtigen für mich;er muß Gott wohl gefallen, wie beweinenswürdig er auch denMenschen scheinen mag. Ich habe zu wenig Zeit, um Dir zuschreiben, was Dich trösten könnte. Meine Feinde gönnen mirdie Frist nicht, und ich mag nicht zögern, die Krone zu gewinnen,die ich verdient zu haben glaube. Beweine immerhin den Verlust,den Du leidest, aber nicht meine Todesart; sie ist für mich zuehrenvoll. Ich hinterlafse Dir meinen Geist, das einzige Gut,was mir bleibt, und das einzige, was Du in der Welt am höchstenschätzest. Ich schreibe meinem Vater Pero Lopez nicht; ich wagees nicht. Ob ich mich gleich Werth zeigte, sein Sohn zu sein,indem ich mein Leben opferte, hatte ich doch nicht sein Glück.Damit genug. Ich will die Geduld des Henkers nicht ermüden,der schon aus mich wartet, und den Brief nicht verlängern, umnicht den Schein zu haben, damit mein Leben verlängern zu wollen.Sofia, mein Diener, Augenzeuge von Allem, und dem ich meinegeheimsten Gedanken vertraut habe, wird Dir mittheilen, was ichnicht schreiben kann. Mit diesen Gesinnungen erwarte ich nun denTodesstreich, der Dich betrüben, mich befreien wird."

An die Stadt Toledo schrieb er folgenden Brief:

Dir, du Krone Spaniens, du Licht der ganzen Welt, Dir,