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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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gem Widerstande in die Stadt, versicherte sich der Person derKönigin; nahm mehrere Mitglieder der Liga gefangen und bemäch-tigte sich des großen Stadtsiegels, so wie mehrerer Zeichen derköniglichen Autorität.

Durch diesen Streich büßte die Liga viel von ihrem Ansehenund ihrem Vertrauen ein. Sie konnte nicht mehr im Namen derKönigin handeln. Wer noch unter den Adelichen bisher unent-schlossen gewesen, schlug sich zur Partei der Regentschaft.

Die aus TordesillaS entronnenen Mitglieder versammelten sichin Valladolid; da man keine Wahlen, zur Ergänzung der ge-fangenen Mitglieder, Zeit hatte zu veranstalten, wurde nur ausden noch Vorhandenen eine oberste Staatsverwaltung ernannt, undan Don Pcdro's Stelle Padilla zum Befehlshaber des Heereserkoren. Die Hauptverlegenheit war, woher Geld nehmen, umdas Kriegsvolk zu besolden, das aus allen Gegenden von Spanienankam, um die Freiheit der Nation zu verthcidigen. Denn derKönig und die Flamänder hatten das meiste baare Geld mit sichaus Spanien weggenommen. Auflage» zu machen, war wederunter diesen Umständen rathsam, noch Zeit genug. Aus dieserNoth half die Gemahlin Padilla's durch einen kühnen und selt-samen Einfall. Dieses Frauenzimmer, Donna Maria Pacheco,von edler Abkunft und erhaben über den Aberglauben der Menge,schlug vor, sich des reichen und großen Schatzes der Hanptkirchevon Toledo zu bemächtigen. Um aber allen Schein von Gottlosig-keit zu meiden, der das Volk hätte beleidigen können, begab siesich, begleitet von allen Personen ihres Hauses, in feierlicher Pro-zession zur Kirche. In tiefe Tranergcwändcr gehüllt, die Augenvoller Thräncn, die Hände ringend »nd seufzend warf sie sich mitihren Begleitern vor den Altären der Heiligen nieder, bat umderen Schatz und Schmuck für die Noth des Vaterlandes und umVerzeihung, daß sie Gold, Silber und Edelsteine nehmen müsse,