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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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Verfassung, keinen abwesenden König anerkennen zu dürfen; nn-geachiet der lauten Unzufriedenheit der kastilischen Provinzen, daer sich in der Versammlung der Cortes in Cvmpostella abermalsSubsidien hatte bewilligen lassen, ehe noch die ersten abgezahltwaren. Er ernannte über Valencia, Aragonicn und Kastilien Vlze-könige, in seiner Abwesenheit diese Reiche zu verwalten, lieberKastilien setzte er den Kardinal Adrian von Utrecht.

Sobald die Nation erfuhr, daß die Cortes zu Cvmpostella demKönige abermals Geld bewilligt hatten, ohne daß den mannig-fachen Beschwerden der Nation auch nur im mindesten Abhilfe ge-schehen war, brachen Unruhen ans. Zn Valencia stand das Volk,ohnehin gegen die Willkür seiner Adelichen erbittert, unter demNamen einer Verbrüderung (xermansüs) für seine Freiheiten inWaffen. Die Bürger von Toledo, die sich kraft ihrer alten Rccht-same als Schirmhalter von den Gemeindsfrciheiten Kastiliens an-sahcn, ergriffen ebenfalls die Waffen, weil zu Cvmpostella ans dieVorstellungen ihrer Abgeordneten, der Verfassung und den Ge-setzen entgegen, gar keine Rücksicht genommen war. Der Eidbrucheines Königs löset den Schwur des Volks ans. Sie bemächtigtensich der Stadtthvre nnd stürmten das Schloß so gewaltig, daß sichder Gouverneur ergeben mußte. Sie setzten alle verdächtige Obrig-keiten ab, wählten neue, und machten den Sohn des ehemaligenBefehlshabers von Kastilien, einen jungen, feurigen, geistvollenMann, Namens Don Juan de Padilla, znm Landeshauptmann.

In Segovia gings nicht besser. Der Abgeordnete dieser Stadt,Tordesillas, hatte zu Cvmpostella zur Geldbewilligung für denKönig gestimmt. Er wollte sich deswegen in der Kathedralkirchcvor seinen Kommittenten rechtfertigen. Die Bürger aber sprengtendie Kirchthüren nnd schleppten den nnglücklichcn Tordesillas beiden Füßen heraus, durch die Straßen znm Richtplatz. Vergebenserschienen Dekan und Chorherren in Prozession mit dem Aller-