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Sir William Gascoigne war Präsident des Gerichtshofes,und antwortete: „Prinz, ich ehre Ihren Befehl, aber ich ge-horche dem Gesetze. Ihr Diener ist vernrtheilt. Wollen Sieihn aus dem Kerker erretten, so wenden Sie sich an den König,denn das Gesetz gibt dem Könige das Begnadigungsrecht."
Prinz Heinrich wollte den feinen Unterschied zwischen Befehl»nd Gesetz nicht verstehen, beharrte ans seinem Verlangen, wurdeungcberdig, schimpfte und drohte.
„Halt!" rief der Lord Präsident: „Prinz, Sic sind strafbar,weil Sie sich vergangen haben. Ich stehe hier im Namen desGesetzes und an der Stelle des Souveräns, Ihres Vaters. Inbeiden Rücksichten sind Sie mir doppelten Gehorsam schuldig,Prinz! Ich befehle Ihnen demnach, von Ihrem Vorhaben abzu-stehen, und Ihren künftigen Unterthanen ein besseres Beispiel derEhrfurcht vor Gesetze» zu geben. Und wegen Verletzung dieserEhrfurcht werden Sie sich den Augenblick in Gefangenschaft be-geben, wo Sic so lange zu bleiben haben, bis der König Almenseinen höchsten Willen kund thnu wird."
Seine königliche Hoheit stand vor der gesetzlichen Hoheit desRichters so verblüfft, daß er an die Umstehenden seinen Degen ab-gab, eine tiefe Verbeugung machte und sich, obne ein Wort wei-ter zu sagen, in den Verhaft führen ließ.
Der König erfuhr den Vorfall. Die Höflinge waren im heili-gen Zorn gegen die Anmaßungen des Richters. König Heinrichaber hob Hände und Augen gen Himmel und rief, wie im Ent-zücken: „O gütiger Gott, wie soll ich dir genug danken! Du gabstdem Lande einen Richter, der sich nicht fürchtet, streng gerecht zusei»; und gabst mir einen Sohn, der nicht nur zu gehorchen ver-steht, sonder» seinen Zorn selbst für die Pflicht des Gehorsamsaufopfcrt!"
Nun standen die Höflinge verblüfft »m den König; faßten sich