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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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sanier, als bei uns, weil sie der Natur näher standen und ihreGefühle auf eine verschönerte Weise auszndrücken strebten. Mandenke nur daran, daß »vch König David, der Held, vor derBnn-desladc her tanzte, recht religiös tanzte! Welcher König könntenoch so in heiligem Entzücke» vor seinem Volke, ja, nur welcherGencrallicutenant vor seinen Regimentern, welcher Pfarrer vorseiner christlichen Gemeinde tanzen? Man würde es sehr albernund unanständig finden. Man sagt: unsere Sitten sind ganz ver-schieden von den Sitten jener Nationen des Nlterthnms und Na-turthums. Ich glaube es wohl. Der Tanz aber ist so wenigbloße Sitte, als die Musik, als die Poesie, als die Beredsamkeit,als die Baukunst. Nur die Anwendung der Künste hängt von derSitte ab, und die Schuld und Unschuld der Sitte entspringt ansder Schuld und Unschuld der völkischen Gemüthsweise. NachdemRom vcrabschcuungswürdiger geworden, als es je bewunderns-würdig vorher gewesen, sangen und tanzten die Kaiser zur Er-götzung des römischen Jahnhagels auf der öffentlichen Schaubühne.David aber tanzte im heiligen Entzücken vor der Bundeslade.

Bei uns ist der Tanz nur zur Freudenäußcruntz der liebelnsti-gen Jünglinge und Mädchen, jungen Frauen und jungen Männerin Walzer, Polonaisen, Ecoffaisen, Franzraisen, Anglaisen unddergleichen zusainnieiigcschrumpft. Bei de» Naturkindern in denHainen am Lorenzstrom, am Ontario und wo der Niagara donnert,ist der Tanz noch etwas Ernstvolleres, Sinnigeres. John Lengkonnte selbst eilf Tänze mittanzen. Schon die Namen sagen, wasdas für Tänze sind, z. B. der Opfertanz, der Hochzeittanz, derLanzentanz, der Heimkchrtanz, der Kriegstanz, der Gefangenen-tanz, der Todtentanz, der Tanz des kriegerischen Aufbruchs, derSkalpirtanz, der Kalumcttanz zur Friedenspfeife, der Oberhaupt-tanz u. s. w.

Bei einigen dieser Fcsttänze kann uns schon der Name Gran-