Qual mache». Sic leben der Natur näher als wir, folglich auchdem gesunden, unverschrobenen Mutterwitze.
Etwas barsch und rauh sind sie, das ist wahr; dafür aber destoweniger heimtückisch und glattzüngig, was doch auch etwas Werthist. Sie mögen nach unser» Begriffen auch durch ihren Schmucknicht gewinnen, wen» sie sich das ganze Gesicht und den Leib mitLinien »ud Zeichnungen pnnktiren oder tätowiren. Wenn manihnen aber in ihren Wäldern einen unserer zärtlichen Zierbengel,oder eine» ehrbaren Spießbürger, oder einen gnädigen Herrn mitder Bentelperrücke i» Hofgalia präsentsten würde, hätten die Leutedort wahrscheinlich nicht minder Ursache, über den Geschmack derEuropäer zu lachen. Mögen unsere Schönen in ihren Sturm- undSchirmhüten, oder gar in ncnaltdeutscher Frauentracht, über diebeinahe nackten amerikanischen Mädchen die Nase rümpfen: dieNatur, das bekennt Jedermann, weiß zuletzt doch am schönstenz» kleide», besser, als ein Pariser Schneider.
Ihre Religion ist einfach, aber herzlich; etwas armselig, abertanm armseliger, als die vieler Bauern in europäischen Ländern,welche Nor ihren Schutzheiligen bald knien, bald sie verwünschen.Sie ehren in Deinuth den „großen Geist", wie sie das höchsteWesen nennen, oder den „Herrn des Lebens". Bilder habenund machen sic nicht von ihm.
Doch am ober» See im britischen Kanada, welcher wunder-bar genug ist, weil über vierzig große Flüsse sich in ihn ergieße»,während bei seinem Abfluß unweit St. Maria kaum der zehnteTheil Wassers wieder von ihm hinwegströmt, befindet sich einhoher, gewaltiger Felsen. Dieser hat eine, freilich sehr entfernte,Aehnlichkeit mit einer menschlichen Gestalt. Darum glauben sie,der „unsichtbare Herr des Lebens" habe ihn selbst dahin gestellt zuseinem Gedächtniß. Und so oft Chippeway-Indianer da vorübergehen, opfern sie dankbar für das von Gott empfangene Gute