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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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war gefallen, aber bas Recht noch nicht wiederauserstanden. Län-der- nnd Völkerschaften wurde» getheilt und verschenkt; die Cortesauf die Seite geschoben; die Klerisei sang i's veum lsucksmus;Legitimität ward das Schibolcth, weil doch ei» Wort sein muß.Der Krieg mit den Franzosen abgethan, hebt die Fehde wiedermit den Begriffen an.

Die Parteien treiben ihr altes Spiel. Die einen fordern znviel, die andern geben zu wenig. Die einen wollen der Mensch-heit Fittige ankleben, daß sie schneller dem Urbilde des Bestennahe komme, und verzweifeln über ihre» Stillstand. Aber sic stehtnicht still, so wenig als die Sonne, die Niemand von der Stellerücken sieht, nnd die doch ihren Lauf verrichtet. Die einen wollenAlles ins Alte zurückdränge», und täuschen sich, wie unerfahrneKinder im Nachen, die mit dem Ruder das Ufer zurückzustoßenglauben, während sie das Schifflein und sich vorwärts treiben.

Aber es ist ein schweres Ding, das herkömmliche Recht inZeit und Raum zn versöhne» mit dem ewigen nnd allge-meinen Recht. Nnd dies ist die Aufgabe der Weltweisen ausden Thronen. Ich bewundere die Fürsten nicht, wenn sie, zuGunsten von festerm Wohl ihrer Nnterthanen, freiwillig von alt-hergccrbten Rechten nnd Willküren aufopfern; aber ich bewunderesie, wenn sie sich vom Geschrei entgegenstrebender Parteien nichtverwirren oder ermüden lassen. Dies Geschrei ist die alte Disso-nanz zwischen Politik und Moral; sie löset sich auch nirgends reinans, als in der Religiosität des Gemüths.

Bei Thieren, thierischen und barbarischen Menschen ist dieReligiosität, das heißt, die Beziehung alles Seins auf Gottnnd Ewigkeit, nicht vorhanden; nur Instinkt und List oder Klugheit.