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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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Nie kam den deutschen Völker» in Sinn, gleich den Franzosen,Thron und Altar zu vernichten; aber das Gerechte kam ihnen inSinn, was in Monarchien wie in Freistaaten gelten sollte, undstand plötzlich vor ihrem Geiste. Die französische Republik, verab-scheut durch die Gräuel, welche sie geboren hatte, verschwand;aber die Ideen dessen, was gerecht und wahr ist und bleibt, dieblieben in aller Völker Gemüth.

Dann übernahm Napoleon, als französischer Kaiser/ dieRolle. Mau bemerkte häufig, daß dieselben Personen, welche anFrankreich als Republik, auch an Frankreich als Kaiserthum leb-haften Antheil nahmen, weil sie von daher das einwirkende Bei-spiel des Bessern, des Freisinnigen erwarteten. Es schien nochimmer der große und heilige Kampf um die Idee, um den Kriegdes Bessern oder Schlechter«. Man hatte z. B. gesehen, welcheStaatsmänner, welche Heerführer Frankreich bloß an dem einzigenTage erworben hatte, da es die Privilegien der Geburt aufhob,und den Fähigsten, nicht den Privilegirtesten an die wichtigstenStellen setzte. Napoleon blendete lange; aber seine GleiSnerciward von Tage zu Tage durchsichtiger. Kein hoher Gedanke derMenschheit begeisterte ihn, sondern eine ganz gemeine Leidenschaft.Da fiel Alles und Frankreich selbst ab. Er war zum Untergängereif. Gott winkte und seine Stunde schlug. Fürsten und Völkerstanden auf. In allen Ländern war Alles einig, ihn zu vernichten.

Das Werk ward vollbracht. Wer's vollbrachte, weiß die Weltund wird die Nachwelt wissen. Höflings-Jntriguen thaten zurheiligen Sache nichts, als das Nnheilige und Schlechte. DasHeilige wirkt heut noch fort, aber daneben aus dem Unheiligenauch das Heillose.

Dem Anßcnspiel nach schienen die alten Parteien vollkommenin einander anfgelöset und eins zu sein; dem Innern oder Geistigennach standen sie aber noch immer weit von einander. Napoleon