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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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Bald genügte ihm nicht mehr das Wissen seiner Lehre, die Mythen-wclt der Hindus, der beschränkte Glaube der Bramincn. Er machteals Jüngling weite Reisen. Er hörte die Lehren der Gncbcrn undMuhamedaner. Doch keine Glanbenspartei gab seinem Gemüthedas Beruhigende der Neberzengung; er fand in Allem aber denKeim des Göttlichen und Ewigwahrcn. Diesen hielt er fest. DieAlbernheiten der spitzfindigen Schriftgelehrten; die frommherzigenTräumereien, Selbstmartcrn und Weltentsagungen mystischerSchwärmer; die prnnkrcichen Feierlichkeiten, mit denen die herrsch-süchtigcn Priester das Volk blendete», um sich in den Augen des-selben selbst zu vergöttern das Alles streifte er von der Wahr-heit ab, die Allem znm Grunde lag. So kam er als Mann inseine Heimat zurück.

Hier lebte N ah a k in stiller Abgezogenheit, ohne Begierde nachReichthum und Würden, zu welchen ihm seine höher» Einsichtenwohl den Weg bahnten. Seine Denkart war mehr religiös, alsehrgeizig. Er brachte seine Tage fortan mit Reisen in Städtenund Dörfern des Vaterlandes zu, und lehrte den neuen, bessernGlauben, welcher sich in ihm offenbart hatte. Bald gewann erJünger und Anhänger. Der gesunde Menschenverstand konntenicht der Kraft seines überzeugenden Wortes widerstehe», und dasunverdorbene Gefühl mußte die Seelengröße des Mannes bewun-dern, der, nichts für sich begehrend, nur Werke der Menschenliebethat, nnd für das Glück Anderer lebte. Er gab sich gar nicht dasAnsehen, eine neue Religion in die Welt bringen zu wollen, son-dern nur die älteste und ewig geltende von Mcnschensatznngen wie-der zu reinigen, und die Bekenner aller Glanbensarten um dashöchste Gut der Geister zu vereinige». Er predigte Tugend, Liebeund Gehorsam. Die bürgerlichen Ordnungen ließ er unangetastet.Sie waren in seinen Augen nothwendig, aber veränderlich. Erließ, den Vorurtheilen, Sitten und Gesetzen der übrigen Hindus