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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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seinen Wiesen die mannigfaltigsten »nd zahlreichsten Heerden; inseinen Städten diele und treffliche Großgewerbe von Seiden,Baumwolle», Teppichen und andern Bedürfnissen des genußreichenOrients. Dabei ist jeder Bürger, wenn das Aufgebot geht,Krieger; jeder an die Mühseligkeit des Lagerlebcns durch Strengeund Einfalt der Sitten leicht gewöhnt. Er backt sein Brod unterglühender Asche; er nimmt im Nothfall mit gerösteten Bohnen»nd Erbsen vorlieb. Ein Turban ohne Schmuck, ein bunterMantel, dunkelblaue Langhosen sind sein Gewand; Speer, Schwertund Luntenflinte seine Waffen. Reiter ist jeder von Kindheit auf.Die seihk'sche Reiterei ist sowohl durch die Stärke und Gewandtheitder Rosse und Männer, als durch die ungeheure Menge furchtbar.In Tagen der Gefahr kann sie an zweimal hunderttausend Mannbetragen.

So sah Bernicr schon im siebcnzehnten Jahrhundert dies Volk;so in unfern Tagen wieder der Oberst Polier; so zuletzt Malcolm.

Unsere Aufmerksamkeit aber zieht weniger ihr kriegerisches oderfriedliches Leben, ihre Staatsverfaffung oder ihr Knnstsieiß an,als ihr religiöser Glaube. Er ist in den Geschichten des mensch-lichen Geschlechts so bedeutsam, als für den beobachtenden Welt-weisen lehrenvoll.

Im Jahr 1489 ward unter diesem Volk Hindostans ei» Manngeboren zu Shnkguhr in Lahore, Namens Nahak. Er warvon unberühmter Abkunft; weder durch die Macht seines Volks-stammcs, noch durch de» Adel seines Geschlechts ausgezeichnet-,wohl aber durch die Hoheit seines Geistes. Schon früh in derJugend liebte er die Weisheit der Alten, und machte er das Er-zengniß ihrer Erfahrungen nnd Sagen zum Gegenstand seinerPrüfungen. Am meisten zog ihn in allem, was der Mensch hatund kennt, das an, was er von göttlichen Dingen hat nnd kennt.