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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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Viele Priester, viele Fürsten, viele Adeliche, viele Gelehrtevo» Handwerk finden diesen Zustand der Dinge sehr unnatürlich.Er muß doch aber wohl ganz natürlich sein, weil er i>? der Naturund aus ihr hervorgegangen ist.

Einige wollten Denk- und Sprechfreiheit geradezu wieder ab-gestellt wissen, und die Völker sammt und sonders ins alte Testa-ment zurückjageu, wo nur Könige, Propheten und Priester sprachen;oder gar ins Paradies, wo Jehova allein mit dem Menschenredete. Sie schlugen dazu Religionsedikte, Konkordate, Jnquisi-iionen und dergleichen vortreffliche Hilfsmittel vor.

Die Gemäßigten fanden die Sache unausführbar, und mein-ten: Man müsse den Leuten wohl Denk- und Sprechfreiheitlassen, weil man ihnen doch den angeborncn Kopf nicht nehmenkönne; aber Preßfreiheit gehöre nicht für sie. Die Leute hin-gegen behauptete»: Sprechsreiheit und Preßfreiheit wären einer-lei; einerlei die Mittheilung der Gedanken durch den Hauch desMundes, oder durch Schriftzüge auf Papier. Jede Zensuranstaltsei ein obrigkeitlichesHand vor dem Mund halten" gegen den-jenigen, der reden wollte, und offenbarer Despotismus.

Der Staatsmann einer dentschen Monarchie sagte:Auf keinenFall taugt Preßfreiheit bei »ns. Hier bewegt sich Alles auf denhierarchischen Abstufungen der verschiedenen Stände inner festenSchranken. Das muß in größer» Neichen sein, wie cs bei großenArmeen der Fall ist, wo nur das Ganze sich in der Kette derSubordination fest und regelmäßig, als ein Körper bewegt. WillAlles räsvnniren, der Untere den Obern bekritteln: hören Achtung,Gehorsam und Ordnung auf; das Ganze muß zerfallen; das heißt,eine Revolution erfolgt, in welcher die Stände verschwinden undder Thron selbst wankt. Will man also die volle Preßfreiheit, so