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Die heutigen Jahrhunderte.
Der geistvollste Manu auf Erden hat immer »och, wenn er csauch eben nicht gesteht, aus früher» Jahren seine Dosis Aberglau-ben, Vorurtheil und Dummgläubigkeit der Bigoterie behalten. Ebenso besitzt auch das gestttungs- und bildungsrcichste Volk seinenbildungs- und sittenlosen Pöbel von allen Ständen, in Seide»und Zwilch.
Einen je höher» Grad ihrer Selbstentfaltnng die Nation er-reicht hat, um so mannigfaltigere Abstufungen der Bildung wer-den bei ihr wahrgenommen werden, vom unbeholfenen, aberwitzigenSinn des nackten Wilden aufwärts bis zu dem im Lichte der Wahr-heit verklärten Geiste des Aristoteles, Plato, Tacitus undFranklin. Wie der Geognost in Urgebirgen, Flözlager» undTrappbilduugcu die hinterlaffcnen Niederschläge undenkbar früherAconen erkennt, in welchen sich unser Erdplanet formte: so er-kennt der heutige Weltweise in jetzt lebenden Nationen noch dieVorstellungs- und Denkarten sämmtlicher verstofsener Jahrhunderte,welche zur Erziehung der Nation wirkten und Bodensatz znrück-liesien. Wir habe» unter nnS nicht bloß Mensche» des neun-zehnten Jahrhunderts, nein, es leben wahrhaftig unter unsnoch die Heiden aus der Druidenzeit, die Kannibalen von denVölkerwanderungen, die Schwärmer der Krenzzüge, die Faustge-rechten der Ritterwelt, die Fanatiker der Reformation, die Abge-klärten des philosophischen Jahrhunderts.
Daraus erklärt^ sich mancherlei Erscheinung; z. B. warum,bei so ungleichartigen Gemengtheilen, unter zivilisirten Nationenmehr Währung, alsJinter rohen, bildungslosen Völkern stattfindenkönne, deren Genoffen ungefähr einerlei Kulturstufe inue haben.Ferner: wie es möglich sei, daß (dem Namen nach) eine und die-selbe Nation gestern die Republik, heute die Feudal-Oligarchie,