Napoleon ihn und sein Land bedrohte, als er an der Spitze seinerwohlgerüsteten und tapfer» Hessen mit ernster,» Widerstand dieHochachtung des übermächtige» Siegers, und sehr wahrscheinlichanständige Fricdensbedingungen gewinnen konnte; als er, wo nichtüberwinden, doch ruhmreichen Untergang finden konnte: da ließer seine Schätze einpacken, und entfloh mit ihnen zu seinem Bruder,dem Landgrafen Karl, ins dänische Gebiet. Seine Armee mußtesich schmachvoll von den Franzosen entwaffnen lassen.
Dennoch hing ihm das brave Heffenvolk mit unzerstörbarer Er-gebenheit an. Mehrmals erhob es gegen die Ueberwinder blutige,roch vergebliche Aufstände. Der Kurfürst selbst wohnte ruhig miteinem kleinen Hofstaat in Prag, und erwartete da den Ausgangder Dinge. Nur, als Oesterreich im Jahr 1809 die Waffen wiedergegen Napoleon erhob, entschloß er sich endlich, im Heffenlandeheimlich ans eigene Kosten Truppe» werbe» und zur UnterstützungOesterreichs sammeln zu lassen. Er griff einen Theil seines Schatzesdafür an. Doch Napoleons zn schnelle Siege machte» diesen Ent-wurf eitel, und alle die brave Mannschaft, die der Stimmeihres Kurfürsten gefolgt war, wurde ohne weitere Unterstützungihrem harten Schicksal überlassen. Der durch Ausgesandte desKurfürsten bewirkte Aufstand des tavfer» Oberste» Dörnberglim April 1809) endete blutig und zum Unglück zahlloser Haus-haltungen. „Die Wenigen, welche als. Verfechter der kurfürstlichenRechte, Hab und Gut verlassend, mit seltenem Glücke durch dieFlucht dem Blutgerüste entkamen," sagt der neueste Lebensbeschreibcrdes Kurfürsten *), „wurden von ihm kalt ausgenommen und mit Un-freundlichkeit behandelt, und waren nicht selten dem drückendstenMangel nnd Elend preisgegeben."
Das Alles schwächte die Freude der treuen Hessen nicht, als
*) CramcrS Zeitgenossen, 10. Heft.