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Sinn des katholischen Glaubens, Freiheit schließt jeden Gedankennon Zügellosigkeit aus, welche Gutes mit Bösem, Ehrbares mitUnanständigem vermengt. Fern sei von euch eine solche Vorstellung,die, allen Geboten widersprechend, Menschheit, Vernunft und ge-sammte Wohlthaten des Schöpfers zerstört. Freiheit, diese allenSterblichen thenre Gottesgabc, ist das Vermögen, zu handelnoder nicht zu handeln, aber göttlichen und menschlichen Gesetzenuntergeordnet. Sie ist in dieser Welt nur unvollkommen, aber voll-kommen in jenem ewigen Vatcrlande, wo die Namen Knechtschaft,Unterjochung und Sünde unbekannt sind.
„Die von uns angenommene demokratische Staatsverfassung,meine geliebten Brüder, widerstreitet keineswegs dem Evangelium;umgekehrt, sie fordert von uns jene erhabenen Tugenden, die mannur in der Schule Jesu erwirbt. Und wenn ihr sie ausübet mitfrommem Sinn, werden sie das Unterpfand eures Glückes, euresRuhmes und des Glanzes unserer Republik werden. Stoßet, ichbeschwöre euch, den Parteigeist, den Eigennutz, alle unreinen Ab-sichten von euch zurück, die, gleich unwürdig des Menschen unddes Christen, und weit entfernt, euer Glück zu mehren, euch, durchVerführungen phantastischer Ehre, zum Verderben leiten würden. DieTugend allein ist die unerschütterliche Grundlage der Demokratie.
„Ich will euch nicht von Sparta, nicht von Athen sagen,ich will von jenen berühmten Gesetzgebungen Lykurgs und So-lons schweigen. Unsere Betrachtungen und Erinnerungen wendensich angemessener dem Freistaate des alten Noms zu. Gedenket,meine Brüder, der Zierden desselben, jener erlauchten Bürger,und der Mittel, durch welche sie sich der Bewunderung der Weltversicherten. Ich rufe euer» Gedanken den Muth eines MuciusScävola, eines Curtius, der beiden Scipioncn, des Tor-quatus, des Camillus und so vieler Andern zurück, die in jenendenkwürdigen Tagen glänzten! Ihr Lob, von vielen Schriftstellern