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Geist und Blick hätte sich aus den Schwächen, aus den staats-thümltchen, religiösen und kirchlichen Bedürfnissen, aus den Tugen-den und Ideen des neunzehnten Jahrhunderts ein neues Reick-gebaut; freilich kein solches, in welchem ein Kaiser baarfüßig lmWollenhcmd unter den Fenstern einer Mathilde büßt. Wie derTonkünstler sein Instrument kennen muß, dem er, als Meister,Töne entlocken soll, oder wie der Feldherr die Oertlichkeiten desWahlfeldes, auf dem er eine Schlacht annehmen will: so muß derStaatsmann Stimmung, Geist, Bedürfnis-, Stärke und Schwächeder Fürsten und Nationen kennen, die er umfassen, treiben undmit sich zu seinem Ziele hinreißcn möchte. Darin versehen es dieMeisten, und darum bleiben die Meiste» Nullen, oder erhalteneinen unbencidenswerthen Ruhm durch ihr Unglück.
Man hätte vom Kardinal Chiaramonti, sobald er diepäpstliche Tiara empfing, einen ganz andern, als den PapstPius VN., erwarten sollen. Seine Homilie, welche er am Weih-uachtstage 1797 zu Jmola in der ehemaligen cisalpinischen Republikdem andächtigen Volke vortrug, kann man nicht ohne Lächeln lesen.
Es sei mir erlaubt, so bekannt diese Weihnachtspredigt des ehe-maligen Kardinals auch ist, hier noch einige Stellen daraus ein-znschalten.
„Der ist," sprach er mit der Begeisterung eines Liberalen, „derist kein Jünger Jesu Christi, der hat in der Schule des göttlichenMeisters seine Pflichten schlecht erlernt, welcher, von trüglicherund habgieriger Weisheit oder flüchtiger Ehre aufgeblasen, dasEbenmaß der bürgerlichen Gleichheit zerstören will, um Gebieter»nd Herr der Andern zu sein.
„O Mensch, Mensch! wann endlich wählst du aus der Lehredeines Erlösers die Mittel, deine wahre Größe zu behaupten,deine wahre Freiheit zu erringen und deine Ketten abzuschütteln?
„Freiheit, sei es im Sinn der weltlichen Weisheit oder im