Geständniß eines französischen Emigranten.
Der tugendhafte Graf LaS Cafes, Napoleons treuer Begleiterzum Felsen St. Helena, ist mir persönlich lieb und ehrwürdig;doch hätte ich gewünscht, in seinem dlemorisl üs 8uiiNs-Helenemehr von Napoleon zu lesen, als vom Grafen.
Unter Allem aber, was der Graf von sich selber erzählt,ist eine Stelle, die mit allen übrigen Kleinlichkeiten wieder ver-söhnt. Sie gibt den Schlüssel zu vielen Räthseln in der GeschichteFrankreichs unter Ludwig XVIII., seit dessen Wiedereinthronung.
Als nämlich (27. März 1816) in St. Helenä das Gesprächauf die französischen Emigranten kam, auf ihre Großthuereien,ihre unverschämten Anmaßungen in Deutschland, auf ihren festenGlauben an Wiederoberung Frankreichs, auf die Unfähigkeit ihrerAnführer u. s. w., sagte Las Cafes, der bekanntlich selbst Emi-grant gewesen war, zum Kaiser: „Die Leute waren damals durch-aus das, was sie noch heute sind. Wir Ausgewanderte glaubtennämlich, und wir wiederholen es uns beständig, und ich selbstdachte mir's nicht anders: die große Mehrheit der französischenNation halte es mit uns. Freilich hätte ich mich darüber baldenttäuschen sollen. Denn als unsere Hausen bis Verdun und weitervorgedrungen waren, fand sich keine Seele zu uns. Umgekehrt,man floh scheu, wenn wir uns näherte». Trotz dem allen hing ichsteif und fest an jenem Glauben; selbst noch dann ließ ich ihnnicht fahren, als ich von England nach Frankreich heimgekehrtwar. So ganz und gar hatten wir uns in die alberne Vorstellungeingewurzelt. Wir sagten uns: diese neue Regierung kann vonkeiner Dauer sein; sie wird von der Nation verabscheut; sie hatnur eine Hand voll Leute für sich; sie besteht nur durch Furchtund Schrecken. Za, es gibt Menschen, die von dieser Meinungnie zurkckgekommen sind. Zch bin überzeugt, daß unter denen,Lsch. Ges. Schr. SS. Lhl. 14*