Druckschrift 
35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
Entstehung
Seite
330
Einzelbild herunterladen
 

die heute als Mitglieder des gesetzgebenden Körpers diese Menschen-klasse darstellen, sich mehrere das Alles noch treuherzig cinbilden.Ich kenne den Geist, die Ideen, die Ausdrücke von Koblenz herviel zu gut."

Und wann kamen Sie denn endlich selbst ans andere Gedan-ken?" fragte Napoleon den Grafen.

Sehr spät, Sire. Sogar als ich endlich mitmachte und anden Hof Ihrer Majestät kam, war ich mehr durch Bewunderungund Gefühl hingerissen, als von der Ueberzeugung, daß das dauernkönne, daß die Nation dafür sei. Aber als ich in Ihrem Staats-rathe saß, die Sicherheit bemerkte, mit der man die entscheidend-sten Maßregeln beschloß, daß auch nicht das leiseste Besorgnißüber möglichen Widerstand obwaltete; als ich überall um mich hernur Ueberzeugung und Ruhe sah: da kam mir's vor, als wennnun Ihre Macht und der feste Stand der Dinge mit einer Schnel-ligkeit zunähmen, von der ich mir keinen Begriff machte. Indemich mir selbst das Räthsel lösen wollte, machte ich eines Tagesdie große, merkwürdige Entdeckung, daß das Alles, was ich meinte,es werde erst, schon seit langer Zeit so sei, aber daß ich'seigentlich wohl nur nicht habe wahrnehmen wollen. Ich hattemich also nur unter den Scheffel gesetzt gehabt, damit das Lichtzu mir käme. Nun stand ich mit einemmale in der Mitte allerKlarheit und war dann ganz blind. Seit diesem Augenblicke ver-schwanden meine Vorurtheile, fielen mir die Schuppen vom Auge.

Wie ich nachdem von Ihrer Majestät einige Sendungen er-hielt, und mehr denn sechszig Departements durchreisete, brauchteich die äußerste Vorsicht, die redlichste Aufmerksamkeit, um mirdas, was ich so lange bezweifelt hatte, als thatsächlichste Wahr-heitdeutlich zu machen. Ich sprach die Präfekten, ich befragte dieuntern Beamten, ich ließ mir Beweisstücke und Register verlegen.Ich erkundigte mich bei einfachen Privatleuten, die mich gar nicht