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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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325
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Volks - Verarmung.

Aller Orten wird über Armuth, Bettelei und Elend in dennntcrn Volksklassen, und mit vollem Recht, geklagt. Aber manverwundert sich, daß, ungeachtet der Ungeheuern Summen, welchePrivatwohlthätigkeit bringt, ungeachtet aller Gemeindeanstalten,milden Stiftungen, Armenhäuser, Klosterspenden, Hospitäler,Bettelmandate u. s. w. das Elend, statt abzunehmcn, wächst?Das ist keines Erstaunens Werth. Denn eben jene Privatwohl-thktigkeit, eben jene Gemcindcanstalten, milden Stiftungen, Ar-menhäuser, Klosterspcnden, Hospitäler und Bettelmandate sind be-kanntlich die rechten Hilfsmittel zur Armnth und Bettclsucht.

Daß alle diese verdcrbenvollcn Hilfsmittel noch immerdar be-stehen, ungeachtet längst schon die Whitcbrand, die Brougham,die Colquhoun, die Fellenbcrg, die Pestalozzi und vieleandere kenntnißreiche Männer die Schädlichkeit derselben erwiesenund die vernunftmäßigen Maßregeln zur Verminderung des Uebels^ bekannt gemacht haben, ist nur Zcugniß mehr, wie schwer es beimanchen öffentlichen Behörden hält, den schlichten, gesunden Men-schenverstand gelten zu lassen, wenn sie sich vom herkömmlichenGeschäftsmechanismus besangen suhlen.

Erst pflanzt man gewöhnlich kunstgerecht den Hang zu Müßig-gang, Bettelei und Schamlosigkeit durch Mangel genügsamer An-sangsschulcn, oder durch Gestattung erbärmlicher Schulen mit un-wissenden, schlechtbesoldeten Lehrern, durch Unschuld vergiftendeWaisenhäuser, durch unmäßige Menge von Wein-, Bier- undBrannteweinschcnken und Spielhäusern, durch fittenmörderische Ein-richtung der Straf- und Zuchtanstalten, oder vielmehr Unzucht-anstalten, durch Begünstigung der Prozeßsucht, durch Hinwälzungder Steuern auf die Unvermöglichern, durch Vermehrung großerGrundeigenthume, Fideikommisse und Güter in todter Hand, durch