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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
Entstehung
Seite
326
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Vorspiegelung vom Genüsse anschwcllender Armengüter, durch nn-besonnenes Ermahnen der Geistlichen zum Almosengcbcn u. st w.;hintennach nährt und hegt man die Pest des Staates mit sorg-fältigen Armenpflegen. Daß ich hier keineswegs von Unglück-lichen rede, die wegen Gebrechlichkeit, Krankheit oder Alter nn-fähig sind, fich selber Nahrung, Obdach »nd Kleider zu verschaffen,versteht sich.

In wie vielen Länder» ist heutiges Tages Howards Idee zurVerbesserung der Zuchtanstalten ausgeführt, oderWehrli's Armen-schule von Hofwyl oder Falls Stiftung in Weimar nachgeahmt,oder Bell-Lancasters Unterrichtsweise allgemein? Aber manhat dafür prächtige Hospitalpaläste mit kostspieligen Verwaltungen,glänzende Akademien und wunderschöne Opernhäuser, welche nunfreilich nicht geeignet sind, den untersten Volksklassen Ehrliebe,Arbeitslust, Sittlichkeitsgefühl und Fähigkeit zur Selbsterhaltungmitzutheilen.

England stellt in den Jahrbüchern der europäischen Gesittungein Beispiel einzig in seiner Art auf. Laut dem Bericht an die ^Kammer der Gemeinen beträgt die jährliche Ausgabe zur Unter-stützung der Armen bei zwölf Millionen Pfund Sterling. Inmanchem Kirchspiel wird diese Auflage dem Eigenthümer zumUntergang. Der neunte Thcil der Nation lebt auf Kosten vomdritten Theil derselben Nation. Weit über 500,000 Personen sindBettler. Jährlich werden im Durchschnitt 1300 bis 2000 Men-schen vor Gericht als Diebe verurtheilt. Und noch immer schwillt,mit der Ungeheuern Menge der Almosen, die ungeheure Zahl dermüßigen Armen.

Man muß nicht die Uebcrvölkcrung anklagen. Noch ist in de»europäischen Ländern der Raum fruchtbaren Bodens zur Ernährungder Menschenmenge nicht zu klein. Den Beweis dafür liefert dieWirkliche, fortdauernde Ernährung dieserMevlchenzahl aufdiesem