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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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seitigkcit, welche sich besonders darin offenbarte, daß erde» höher»Schnlcn eine Art militärischer Einrichtung gab, und daß er dasMaß dessen, was gelehrt und nicht gelehrt werden durste, alizu-mißtrauisch bestimmte, mag theils Nachwirkung seiner eigenenkriegerischen Erziehung und Lebensart, theils aus der Rücksichtgeflossen sein, daß, wie überall, so auch schon in den Schulen,dem revolutionären, halbvcrwildertcn französischen Geiste Zaumund Gebiß schärfer angelegt werden müsse. Friedrich dagegen ließder vielseitigen Entwickelung dos Wissenschaftlichen in den Schulenfreien Spielraum, nach dem Grundsätze:Wer frei darfdenken, denket Wohl."

Friedrich endete seine thatcnreiche Laufbahn glücklicher, alsNapoleon. Er starb auf dem Throne, verherrlicht von seinenWerken, deren Gedeihen er sah. Dies war nicht Sache desVerdienstes, sonder» des Glückes. Es ist bekannt, daß diewider den großen Mann verbündeten Mächte damals ihm kein vielbesseres Loos, als nachmals dem französischen Kaiser ward, zuge-dacht hatten, im Fall sie Sieger geblieben wären. Sie wolltenihn wieder zum kleinen Marquis äs Lraucleboure machen. Viel-leicht hätten ste ihn wohl auch, mit Ausnahme des Titels, nochzu etwas Kleinern, gemacht. Seine Staaten waren für Kriegs-kosten, Ausrnndungen und Entschädigungen schon ziemlich berechnetund, wenigstens auf dem Papier, vertheilt. Das Schicksal aberwollte anders. Er blieb Sieger.

Ist er, weil er Sieger blieb, größer gewesen, als wenn er inblutigem Umschwünge bisherigen Glanzes jählings, nach langemKampfe, unterlegen wäre? Ich möchte nicht in das Hosiannahoder Kreuzige des Pöbels einstimmen, welcher ohne Bedenken denGewinn des großen Looses aus der Lotterie für Klugheit, einestolze Verneigung für angeborne Majestät, und Unglück für Schandeoder Dummheit hält. Auch unterliegend wäre Friedrich der könig-