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keine der alten und jeder gesitteten Nation lästigen Vorrechte. Erwollte die Geistlichen zu guten Bürgern, zu Angehörigen des Vater-landes, nicht bloß eines ihm fremden, unsichtbaren Staates, derden Namen „Kirche" trägt, gebildet sehen. Er erkannte in ihnenDiener des Altars, Religionslchrer des Volks, nicht Theilhaberan einer Herrschaft, die sie gern in eine weltliche und geistlichezerspalteten, um einen bescheidenen Theil davon zu empfangenEben deswegen erkannte er keine herrschende Kirche in seinemReiche; alle Kirchen, selbst die Bekenner des mosaischen Glaubens,hatten gleiche Rechte; in allen sah er nur Volksgenossen, Staats-bürger. Noch hat kein Monarch vor ihm ernstere und größereVersuche unternommen, die Juden aus ihrer Entsittlichung undVerstoßung emporzuhcben und sie, mit Schonung ihrer Religion,andern Bürgern des Staates gleichznmachen und gleichzustelle».
Der preußische Monarch nahm, als König, dieselbe Stellunggegen die verschiedenen Glaubensparteien in seinem Reich. Er ge-stattete keine alleinherrschende Kirche, sondern gewährte einer jedenihr Recht. Doch was bei Napoleon Frucht staatsbildnerischer Ent-würfe, Gegenstand thätigen Einschreitens war, schien bei Fried-rich mehr ans einem unthäthi gen Verhalten gegen alle Religions-arte», ja aus einer gewissen Verachtung des Kirchlichen und Priester-thümlichen überhaupt, hervorgegangen zu sein. Während sich dieBekenner sämmtlicher christlichen Kirchen unter dem Scepter beidergroßen Staatsmänner ihrer ungestörten Freiheit im Gottesdienstefreuen konnten, machte es sich undankbar genug ein großer Theilder Priesterschule fast aller Kirchenparteien zur Psticht, beide alsNeligivnsverächter, Glaubensspvtter, Jndifferentistcn und dergleichenanSzuschreien und mit heiligem Eifer zu verdammen. Doch beidewaren zu groß, um die Verketzerer anders als mit dem Lächelnzu bestrafen, welches die treuherzige Einfalt immer erregt, wennsie mit selbstgemachten Gespenstern Krieg führt. Friedrich wie