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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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317
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kund ist, daß er sie nie begangen. Auch Friedrich der Großeward zu jener Zeit, ja noch in unfern Tagen, wegen der Nnbieg-sauikeit und Alleinherrlichkeit seines Willens, in welchem er gleich-sam den Staat zur Maschine erniedrigte, mit Vorwürfen belastet.2>n selbstherrlichen Peter von Rußland und seinen Gewaltsam-keiten erkannte man nur den asiatischen Khan. Niemand wenigerals ich ist geneigt, der alleinherrlichcn Willkür das Wort zu reden.Denn auch der weiseste Despot ist, wenn nicht ein verderblicher,doch gefährlicher Starrkrampf der Menschheit. Aber wir dürfenim Angesicht der Geschichte keineswegs hinwegläugnen, daß, ohnePeters, Friedrichs und Napoleons gewaltigen Alleinwillen, Ruß-land, Preußen und Frankreich nicht geworden wären, was sie sind.Es gibt Entschcidungspunktc im Lcbensprozesse der Nationen, woihnen die Natur selbst, zur Erhöhung oder Rettung des Daseins,statt des heroischen Heilmittels eine Diktatur anbietet, wie sichdas republikanische Rom freiwillig im Drange schwerer Schicksaleselbst gab.

Doch weder der große Friedrich noch Napoleon hemmtenin ihrer Alleingcwalt die Lebensthätigkeit der Uebrigcn; vielmehrverstanden sie es besser, denn alle ihre Thronvorfahren, diese Thätig-keit zu reizen. Nur eins verlangten beide: alle Thätigkeit sollteihrem Gedanken untergeordnet, nur ihm hilfreich sein; denn ihrGedanke war das Gesetz des Staats; was dem widersprach, gesetz-widrig und tadelhaft. Friedrich schuf, Wetteifer zu wecken, denVerdienstorden (pour is werkte), Napoleon die Ehren-legion. Jene Stiftung war mehr vom Geiste des Selbstherrn,diese mehr vom Geiste eines freien Gemeinwesens durchweht, inwelchem allen Staatsbürgern gleiche Rechtsansprüche zustehcn. Auchdas Verdienst, nicht nur des Kriegers und Staatsmanns, sonderndes Künstlers, des Gelehrten, des Handwerkers, des Fabrikanten,auch jede Edelthat des Bürgers sollte in der Ehrenlegion den Lor-