daß das ncbenbuhlerische England nie Frankreichs unerwarteteGröße dulden, daß weder Rußland, noch Oesterreich, noch PreußenLei dieser Größe gleichgültig bleiben könne. Darum, sollten erund sein Hcrrschcrstamm fest bestehen, mußte er die entschiedeneNebcrmacht seines Reiches ans ein Jahrhundert hinaus zweifellosmachen; seinen Blutsverwandten Throne geben: sich mit Bundes-genossen umringe», die er ans schwachen Fürsten zu mächtige» er-hob; das gcsammte Staatenvcrhältniß des Festlandes verwandeln-,mit einem Wort, ringsum eine Napoleonischc Welt bauen, wennein Napoleon und dessen Geschlecht darin neben den Bestandtheilcnehemaliger Zeit fortdauern wollten. Für solch ein ungeheuresWerk aber fühlte er selber den Rcichthum aller seiner Macht zuklein, und darum verschmähte er auch nicht, bei aller Größe, eineZuflucht zu unwürdigen Mitteln,
Mit Recht ist ihm die Anmaßung des spanischen Thrones,gleichwie dem Weltweiscn von Sanssouci die Theilung Polens,zum Vorwurfe gemacht worden. Beide bemäntelten ihre gewalt-thälige Zcrtrctnng alles Völkerrechtes vergeblich mit Scheingründender Nothwendigkeit, Es gibt weder in der Moral noch in dcrPolitik eine Ungerechtigkeit, die sich rechtfertigen läßt, und in dcreincn wie in der andern hat die Sünde früher oder später ihreNachwchen. Der große Friedrich schien späterhin den Himmelund die Welt durch den großmüthigen Frieden zu Tesche» versöhnenzu wollen, worin er, mit eigener Aufopferung, Bayerns Selbst-ständigkeit gegen Oesterreichs Vergrößcrungssucht rettete, Napo-leon konnte sich nie solcher Großthat rühmen. Doch hat selbstFriedrichs Bewunderer, der Prinz de Lignc, nicht unbemerkt ge-lassen, daß der nordische Salomo nachher nicht ganz mit seinerGroßthat von 1778 zufrieden gewesen zu sein schien, und ungernvon dem Prozesse, wie der König den Feldzug nannte, reden