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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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erzwingt. Mußte sich doch auch Friedrich der Große ehemals die-selben Vorwürfe der Unwissenden und Geschlagenen gefallen lassen.

Wenn Napoleon mit riesenhaften Hilfsmitteln riesenhaftereDinge verrichtete und triumphircnd fast in alle Hauptstädte desfesten Landes einzog, Reiche zertrümmerte, Reiche schuf, und zu-letzt fast den ganzen Welttheil von seinem Wink abhängig machte,kan» dies schwerlich die Thatcn des großen Friedrichs verdunkeln.Was hätte dieser an der Spitze von dreißig Millionen Seelen ge-leistet, da er an der Spitze von kaum drittchalb Millionen derHälfte des Wcltthcils sieben Jahre lang die sicgerische Stirne bot!Friedrich stand mehr denn einmal in Gefahr, von der UngeheuernMasse seiner Feinde überwältigt und vernichtet zu werden; jedes-mal trat er furchtbarer und größer wieder hervor. Napoleon warnur einmal in solcher Gefahr, aber dieser erlag er. Doch erlager seiner würdig und blieb auch im Fallen groß. Er stürzte mehrunter den Streichen des Schicksals, als seiner Feinde. OhneMosknn's Brand und die russischen Winternächte würde er wahr-scheinlich Elba nie gesehen haben. Noch einmal richtete sich derNiese mit verblutetem Leibe auf; dann sank er bei Waterloo ansimmer. Mir scheint Friedrichs des Großen ruhmvolle Rettungvom Untergang nicht erhabener, als Nnpoleons Untergang. DieGewalt des menschlichen Geistes wird in beiden gleich bewunderns-würdig.

Der Partcisinn hat bisher, von Leidenschaft verblendet, dengroßen Kaiser der Franzosen in der Staatskunst als einen klein-lichen, verschmitzten Italiener dargestellt. Er erscheint i» derWirklichkeit ganz anders. Wer sich seiner Stärke und Ueberlegcn-heit bewußt ist, bedarf nicht der List und der übrigen Waffen derSchwäche oder Furcht. Napoleon war zu sehr Soldat, undkannte seine Uebermacht zu gut, um nicht den geradesten Weg zugehen. Selten war wohl ein Staatsmann in seiner Sprache offe-