Warum sollte ich bezweifeln, daß, wenn Friedrich, mit seinemallesüberwältigenden, kühnbercchncndcn, unerschütterlichen Geiste,statt Napoleons die Thatcnbahn vor Toulon begonnen, dann, wieer, die unvorsichtigen Feldherren Oesterreichs ans Italien vertrie-be» hätte, er zuletzt einen Kaiserthrvn in Paris aufgerichtet unddem ganzen übrigen Europa Trotz geboten haben würde? Mankennt sei» bedeutsames Wort: 8i I on veut ksiro un bosu rvvo,i> kaut ölig roi de kranos. 6onlio mon grö on »e tirvroitpss alors un ooup de oanon v» Lurops etc. Und umgekehrt:hätte Napoleon, als geborner König, den Thron der Preuße» zurZeit Maria Thercsia'S, Danns und Laudons ererbt, würde seinNiescngcist wohl minder groß gewirkt haben?
Beide außerordentliche Männer machten aber den Anfang ihrerglänzenden Rollen unter so verschiedenen Umständen, in so ganzanders gestaltete» Zeiträumen, daß es eben so leicht oder schwersein dürfte, sie unter einander, als den Julius Eäsar mit beidenzu vergleichen.
Friedrich fand sein Reich als Erbstück vor, und den Thronfertig. Er hatte ihn nach dem Tode seines Vaters nur zu besteigen.Napoleon hingegen mußte ihn erst bauen. Jenen ernannte dasRecht der Erstgeburt zum König; diesen sollten Tugenden, Ver-dienste und Schicksal dazu mache». Jenem, als ihm sein Vaterdie Thronerbschaft entziehen und sie dem Prinzen August Wilhelmznwenden wollte, genügte ein einziger gesunder Einfall: „Arkann's, wenn er mich unehelich erklärt!" um sein Rechtfestzustcllen. Dieser mußte erst durch eine glänzende Reihe vonSiegen, durch erworbene Bewunderung der Welt beurkunden, daßer und kein Anderer in Frankreich der Erste sei, daß er von Naturund Schicksal den Vollmachtsbries empfangen habe, Gebieter undSchutzgott eines Staates zu werden, der nur durch ihn furchtbarund gewaltiger denn je geworden war. Selbst der Neid seiner Mit-