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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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Edleres als diese, suchte» Erquickung bei diesen, wenn sic denWeltthcil mit ihren Thatcn erschüttert hatten, und fanden nochZeit und Lust genug, ihren Geist im Umgang mit Gelehrte» undKünstler» zu erheben und zu bereichern, wenn sie Tagcsgeschäftcabgcthan hatten, welche für Andere wohl Lcbcnsgeschäftc gewesenwären Beide hatten denselben Durst nach Ruhm und Namens-unsterblichkeit; aber für das Urthcil der Zeitgenosscnschaft, derenBefangenheit sic kannten, »nr Neugier, nicht Hochachtung oderEhrfurcht. Männer, wie diese, welche im Lebe» keinen Hähernüber sich anerkenne» mochten, würden im Leben wohl schwerlichFreunde geworden sein; aber träfe» sie in Elysium zusammen, siewürde» sich wahrscheinlich mit gegenseitiger Anerkennung als Brn-dcrgeistcr umarmen.

Obgleich in Friedrich mehr die Gabe des Witzes, in Na-poleon mehr die Gabe des Scharfsinns glänzte, jener daher Ton-kunst und Dichtung, dieser den Ernst der mathematischen Wissen-schaften liebte, waren doch beide dadurch nicht zur Einseitigkeitansgebildct. Den» cs ist eben so bekannt, mit welcher Lust sichFriedrich dem trockenen Regelwerk der Taktik, Strategie und Kriegs-bauknnst hingab, als bekannt ist, wie gern Napoleon sich vomZauber des Schauspiels rühren ließ, oder die klassischen Dichter-Frankreichs und Italiens las, aus welchen er ganze Stellen imGedächtnisse hatte. Beide vereinigten sich auch in einem fast lei-denschaftliche» Gefalle» an den schönen Werken der Bauknnst;beide ließen sich, bei Ausführung ihrer Entwürfe, in alle Einzeln-hcitcn derselben ein, und behielten sich nicht selten die unmittel-bare Aufsicht vor. Die Verschönerungen, welche Friedrich durcheine Menge von Palästen, Schlössern und andern Anlagen denStädten Potsdam, Berlin, Charlottenburg gab, sind, nachMaßgabe der Mittel, die ihm zu Gebote standen, nicht geringerzu achten, als Napolons Verschönerungen von Paris und andern