302
Iss »von' k»it wer, sagt dcr geistvolle Prinz von Ligne*) deraber hinzusetzt, was auch in Bezug auf Napoleon gelten kann:O'sst »Insi que les xens ineeliovros Wollend il'adaisser les grsnilsliommss, pour ilimiiiuer I'espaoe iininonse qui les svpars d'enx.
Und wer weiß nicht, wie man in unfern Tagen den französi-schen Kaiser desselben niedrigen Neides gegen seine ausgezeichneter»Feldherren, besonders gegen Moreau, beschuldigte; wie man ihnin seinem häuslichen Leben als einen Wütherich darstcllte, nebendessen pöbelhaftem Wesen Niemand ausdauern könne; wie man ihnbald als einen unvermögende» Ehemann, bald als einen ekelhaf-ten Wollüstling schilderte, der selbst die Blutschande nicht in derZahl seiner Verbrechen habe wollen fehlen lassen; wie man ihmsogar den gemeinsten persönlichen Muth, ja sogar alles Feldherrn-talcnt absprach! — Wie ganz anders erscheint der große Mannnun nach den Zeugnissen derer, die ihn täglich sahen, und die nachseinem Tode erst ihre Stimmen erheben! Wie anders in der Hoch-achtung, welche die tugendhafte Josephine ihm, auch nach ge-trennter Ehe, oder in der zärtlichen Liebe, welche ihm MarieLouise weihte, oder in der alles aufopfernden Freundschaft jenerEdel», welche ihm freiwillig in die Verbannung auf den Felsenvon St. Helena folgten! Wie viele Fürsten der alten und neuenZeit gibt es noch, ja wie viele Privatleute, die sich solcher rühren-den und unverwerfbaren Urkunden ihres sittlichen Wandels rühmenkönnten?
Friedrich und Napoleon waren, während ihres Lebens undWirkens, zu überraschende Erscheinungen, um von dcr Mittel-mäßigkeit oder gar von der Hefe der Zeitgenossen begriffen zu wer-den. Sie durchschnitten mit ihrer Großthätigkeit zu viele Jnteres-
) Uettres et ^ensees 0,I mareeli»! prince Oe IZ^ne, ^ulOieesxar ÜlaO. I» üaronne Oe 8tseI-HoIslem, k'aiis 1809 ;>. 16.