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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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kommenheit des Ganzen gehörend. Wenn er vergeßlich »nd zer-streut war, sogar Staatspapiere verlegte, man konnte es ihmkaum übel nehmen. Einmal hatte er einen Brief des Königs vonhöchster Wichtigkeit hingethan, nnd wußte nicht wo. Lange waralles Suchen umsonst; endlich wurde er im Badezimmer gefunden,wo er ganz offen lag.

Nodney dagegen besaß, neben seinem Leichtsinn, Eigenschaf-ten, die ihm eine glänzende Laufbahn cröffncten; ein rastloses,bewegliches Wesen, das immer Beschäftigung wollte; viel Erfah-rung nnd Kenntniß im Seedienste; großen Durst nach Ruhm. Ertonnte wochenlang unausgesetzt Tag und Nackt arbeiten, wenn ihneine Idee ergriffen hatte. Was er als Befehlshaber unternahm,war überdacht. Im Kriege hatte er Glück, das ihm oft als Ver-dienst galt. Dies machte ihn zuversichtlich, entschlossen nnd imAugenblicke der Entscheidung verwegen. Weil das Glück mit ihmwar, harten Matrosen nnd Soldaten blindes Vertrauen zu ihm:das bahnte neue Erfolge an. Er selbst sprach von sich, als könntees ihm nie fehlen, nnd er sprach gern nnd mit Selbstgefälligkeitvon sich. Unmäßig im Strafen nnd Belohnen, schreckte er seineUntergebenen eben so sehr, als er sie an sich fesselte.

Friedrich der Große, König von Preußen, undNapoleon, Kaiser der Franzosen.

Daß Preußens Friedrich und Frankreichs Napoleondie geist-vollsten »nd großwirkendsten Fürsten der nencrn Zeit gewesen sind,ist von der Welt eingestanden; denn beiden eigneten schon die Zeit-genossen, ans Schmeichelei oder Bewunderung, den Ehrennamender Großen zu, den nur die Nachwelt mit Gerechtigkeit spenden