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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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die bleiernsten zu sein Pflegen. Man kannte wenigstens die engeVertraulichkeit, in welcher der damalige Prinz Non Wales, Fried-rich, mit der Gräfin Guilford, des Lords Mutter, gelebt hatte.Und wirklich hätte inan den Lord für einen Angehörige» der könig-lichen Familie halten sollen, so ganz hatte er die derselben eigenenZüge, hellbraunen Haarwuchs, reine Gesichtsfarbe, große ver-stechende Augen und starke Angenbraunen.

Höfische und staatsmännische Gewandtheit mangelte ihm nunganz. Kurzsichtig war er dazu. Ein arger Streich begegnete ihmeinst ini Parlamente. Nicht weit von ihm saß am äußersten Endeder Schatzkammerbank der siebenzigjährige Schatzmeister des See-wesens, Ellis, in mächtiger Perrücke. Lord North, im Begriffefortzngchcn, erhob sich und stämmte dabei gemächlich seine Handvorn auf den Degengriff, daß hinten die Spitze der Scheide in dieHöhe ging, dem alten Schatzmeister, der sich eben grüßend bückte,die Perrücke vom Kopfe abspießte und in die Luft führte. Sehrgravitätisch wanderte der Lord, unter lautem Gelächter des ganzenHauses, mit seinem Raube davon, bis man ihm denselben abnahm.Das brachte den edeln Lord aber nicht aus der Fassung. Er ent-schuldigte sich bei Meister Wclbore Ellis ganz phlegmatisch, derseinerseits die treulose Haarwulst eben so gelassen wieder anfsctzte.

Rodncp hingegen, welcher dem Admiral Byron*) im Scc-befehle folgte, war ein schöner, freundlicher, feiner, gewandter,zierlicher Mann; putzte sich gern, doch lag in seinem Anzüge immereine gewisse liebenswürdige Nachlässigkeit. So weich, wie die Zügeseines Gesichts, war, fast ans Weibische grenzend, seine Gestalt,sein Wesen. Er war leichtsinnig, selten bei Geld, gern in lustigenGesellschaften, am liebsten am Spieltische, und daher immer inSchulden. Eben so leidenschaftlich machte er den Weiber» den

*) Der Großvater des von den Briten hochgefeierten Dichters.