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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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Ein Wort von Montesquieu.

Ich weiß cs wvhl, nnscrc »cnern idcalischcn Staatskünstlermache» aus Montesquieu so viel nicht mehr. Der gute Manuließ sich ciufalien, gleich Aristoteles, erst die Sitten und Gesetzeder Völker z» studircu, ehe er über Verfassung und Gesetzgebungschrieb. Heutiges Tages machen es die Aristvtclcfsc in den Studir-stubcu bequemer. Sie schneiden erst den Nock, und dann sehen siesich nach dem Manne »in, der ihn tragen soll.

Indessen glaube ich doch hier ein Wort des berühmten Präsi-denten nicht zur Unrechten Zeit anzuführcn.

ES gibt, sagt er in seinem Meisterwerke B. 29 K. 18, gewisseIdeen von Gleichförmigkeit, von denen manchmal auch ein großerGeist angegangen wird, die aber den kleinen unfehlbar einnehmcn.Diese finden darin eine Art von Vollendung, die sic anstauncn,weil sic wirklich unverkennbar ist: die gleichen Gewichte für diePolizei, einerlei Maß für den Handel, einerlei Gesetz für dasReich, dieselbe Religion für alle Einwohner. Aber ist denn soetwas auch ganz ohne Ausnahme immer am rechten Orte? DasNebel, welches ans Reformen quillt, ist'S den» auch immer kleiner,als das, was man leidet? Liegt nicht eben darin die Größedes Genies, einznsehen, in welchem Falle allgemeine Gleichförmig-keit, und in welchem Mannigfaltigkeit besser ist? In China sinddie Chinesen nach dem chinesische» Zeremonie!, die Tataren nachdem tatarischen geordnet. Und doch ist dort gerade das Volk, dasam ruhigsten lebt. Wenn nur die Bürger ihre Gesetze treulich be-folgen, dann gleichviel, ob sie die gleichen befolgen.