ein Mann von Geist und Einsicht, wie Sie, nicht eben so beliebtist, als der armselige Narr da?" —„Ei nun," erwiederte Dante,„Jeder hält's gern mit seines Gleichen."
Das Wort ward des Dichters Untergang. Man brachte ihnin Ungnade. Er mußte vom Hofe.
Ein seltsames Gesetz.
Der alte Diodor von Sizilien rühmt sehr einen Gesetzgebervon Thnrinm, Namens Charondas. Man mnß gestehen, wennman die Gesetze dieses Mannes liefet, daß Zeiten nnd Sitten sehrgeändert haben.
Znm Beispiel verordnete er, daß diejenigen, welche der Ver-länmdnng überwiesen wären, mit Myriken oder Tamarisken bekränztnmhergehc» sollten, damit sie aller Welt als Leute bekannt wür-den, die sich in der Bosheit den ersten Rang erworben hätten.Wollte man das seltsame Gesetz in die heutige Welt cinführen,ich glaubt, man würde mehr Tamarisken als Erdäpfel pstanzcnmüssen.
Die Schreibeknnst zog der Gesetzgeber allen übrigen Künstenund Wissenschaften vor; er ließ daher die Söhne der Bürger un-entgcldlich darin unterrichten. Die Sache verdient vielleicht Nach-ahmung.
Aber wunderlicher als Alles war folgendes Gesetz: Wer seiger-weise im Kriege die Fahnen verließ, oder sich scheute, die Waffenfür das Vaterland zu tragen, mußte zur Strafe drei Tage langauf dem Markte in Weiberkleidern sitze». — Lieber Himmel, welcheMaskeraden hätten wir oft auf unfern Märkten erleben müssen!Ganze Regimenter in Nnterrocken hätte man gesehen.