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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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Homer in Gefahr.

Man erstaunt, zu welchem Wahnsinn manche Herrscher derVorwelt durch das bloße wollüstige Gefühl ihrer Macht hingerissenwerde» konnten. Rasereien der Neroncn, Hcliogabalc, Karakal-len u. s. w. sind in unser» Tagen nicht mehr gcdeiikbar. Dies istdie Macht allgemeinerer, höherer Kultur.

Kaiser Hadrian, der gar zu gern ei» großer Mann seinwollte, und eben darum oft sehr kleinlich ward, wollte auch so-gar, wo nur das Genie entscheidet, größer sein, als die Künstler.Er selbst entwarf zu öffentlichen Gebäude» die Risse, und da ihmeinst der Architekt Apollodor bemerkte, daß die Statuen für seineLempelpfortcn zu groß entworfen wäre», so daß die Göttinnennicht wieder herausgehe» könnten, wenn sie einmal dazu die Lustanwandcln möchte, ließ er den Kritiker umbringcn.

Am lächerlichsten war er, als er glaubte, sein majestätischesMachtwort reiche hin, die Gesetze des Schönen und Wahren zubestimmen. Was Homer bei ihm versündigt haben mochte, weißman nicht; aber er suchte ihn ganz außer Kredit zu setze», undden Anti mach ns an seiner Statt als den Fürsten der Dichterzu erheben. Hadrians Majestät verschwand aus der Welt, HomersMajestät blieb.

Dos Theodosianische Gesetz gegen Beleidigungender Monarchen.

Theodosins der Große, ungeachtet der aufbrausende» Hef-tigkeit, die in seiner Gemüthsart lag, dennoch einer der bessernFürsten und Gesetzgeber in einem verdorbenen Zeitalter, gab imJahr 393 folgendes Gesetz wider diejenigen, welche die Ehre desMonarchen anzntastcn wagen: