Erstlinge ihrer Acrnte und Weinlesen dem Kloster zu weihen zurUnterhaltung und Pstege der Chorherrrn. Ein königliches Privi-legium dieses Gelübdes datirt sich von Calahorra im Jahr 872.
Allein manche Nachfolger Namiro's fanden doch die Gunst desHeiligen etwas zu thencr, und erfüllten das Gelübde schlecht. An-dere wieder bezahlten mit frommer Ehrfurcht die Schuld. AuchKönig Joseph gehörte nun zu denen, welche meinten, der Dienstdes Heiligen sei längst bezahlt.
Diese Anekdote erinnert an Klodewig, den tapfer» aber rohenFrankenkönig, welcher zu Rheims sein Heidenthum mit demChristenthum vertauschte, wo dann bei seiner Taufe eine Taubedie ssinls ampouls voll himmlischen Oels aus den Wolken herab-brachte. — Nachdem Klodewig die Gotheu besiegt hatte, opferteer dem heiligen Martiuus von Tours, den damals die ganzeAbendwelt am eifrigsten ehrte, reichliche Gaben. Als er aberdoch sein ebenfalls verschenktes Streitroß von dem Heiligen wiederauszulösen wünschte mit hundert Goldstücken, konnte der bezau-berte Zelter nicht aus dem Stall schreiten, bis der König dasLösegeld verdoppelt hatte. Dies Wunder brachte den gutmüthi-gen Barbaren in Zorn und zu den, Ausrufe: „Wahrhaftig,St. Martinus ist gut in der Nvth, aber doch etwastheuer im Handel! (Vors, v. blurUnus est donus in uuxlllo,sock osrus in uogotio.) (losia kranvoruin, toor. II. pag. 5Z4.
Man muß ihm diese Unbescheidenheit so übel nicht deuten. Erwar noch etwas roh, aber wacker wie sein Degen. Als der Bischofvon RheimS ihn im Christeuthum unterrichtete, und von ChristiLeiden und Tode erzählte, ward der fränkische Heide so bewegt,daß er aufsprang und rief: „O, wäre ich doch da gewesenmit meinen Franken, wie hätte ich seine Schmach rächenwollen!" (8, ogo iblckein ouor kwancls orels tvissem, insnriasesus vinckioassom.)