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Der Triumph des HonorinS, des Kaisers der Römer, undseines Feldherrn Stilicho, sollte im Jahre 404 unserer Zeit-rechnung in der alten Hauptstadt der Welt gefeiert werden. Sti-licho's Sieg über Alarich und die gothische Nation in den Feldernvon Pollentia verdiente die Ehre.
Von der milvischen Brücke bis an den palatinischcn Hügel warRoms Bürgerschaft in glänzendem Gewimmel verbreitet, die Prachtdes feierlichen Zuges anzustaunen. Dann eilte die trunkene Mengezu den öffentlichen Spielen — zum Wagenrennen, Jagen wilderThiere u. s. w. Aber die größte Volksmenge trug das römischeAmphitheater, als die Fechter hervortraten, um zur Belustigungdes Volks ihr Blut zu verspritzen.
Schon waren diese im gräßlichsten Handgemenge; da stürzte mitedelmüthigerKühnheit Telemach unter die Kämpfenden und trenntesie. Erbittert um die Störung seiner Freuden, hob der PöbelSteine auf, und zerstörte Mauern, um den heldensinnigen Mönchzu zerschmettern. Er fiel in seinem Blut, als Märtyrer für dieheilige Sache der Menschheit. Doch bald erlosch des VolkesGrimm. Man beklagte den heiligen Mann, und verehrte langedas Andenken des Telemach. Auch ward von dieser Zeit an dasAmphitheater Noms nie wieder durch freiwillig vergossenes Men-schenblut befleckt. (Theodoret 5 Buch/Kap. 26.)
Ich suche vergebens den Namen dieses ehrwürdigen Mönchsin den Märtyrerverzeichniffen der Kirche. Aber er starb nicht fürdie Sache der Kirche; er starb nur für die Sache der Menschheit.