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seiner Rcisebeschreibung fast keinen einzigen geographischen Fehler,und seiner Erzählungen Wahrheit, die man oft unglaublich fand,ward erst von viel späteru Reisenden bestätigt.
Zm Jahr 1544, als der Tartarkhan Luviapom, an der Spitzeeines Heeres von 1,800,000 Mann, wozu stebenundzwanzig Königeihre Armeen hatten liefern müssen, in China einfiel, und selbstPeking eroberte, gerieth Mendez Pinto, nebst einigen andernseiner Landsleute, in tartarische Gefangenschaft. Sie wurden zumThron des gewaltigen Eroberers geführt, der von allem Pompastatischer Herrlichkeit umstrahlt war. — „Frage diese Leute, dievom Ende der Welt Herkommen," sagte er zu einem seiner Feld-herren, „ob sie auch dort einen König haben, wie ihr Land heißt,und wie weit es von China ist, wo ich gegenwärtig bin?" — Un-gefähr ähnliche Fragen mochte der mazedonische Eroberer Aleranderans seinen Feldzügen gethan haben.
Einer von den Portugiesen antwortete: „Unser Land heißtPortugal, wir haben einen höchst gewaltigen König, und von seinerHauptstadt bis Peking ist's eine Reise von drei Jahren."
Der Khan erstaunte bei dieser Antwort. Für so groß hatte erdie Welt nicht gehalten. Mit einer Ruthe, die er in der Handhielt, schlug er stch dreimal an die Lenden; und indem er dieAugen zum Himmel wandte, drückte er seine Verwunderung ineinigen seltsamen Redensarten aus; unter andern sagte er: „Svsind die Menschen doch erbärmliche Ameisen!"
Wie viel Eroberer hatten wohl dies erhabene Gefühl von derGröße der Schöpfung und ihrer Winzigkeit darin, wie dieserTartar? — Am unbegreiflichsten war cs den Ueberwindern China's,daß am Ende der Welt Völker wohnen sollten, kcnntnißvoller undgeschickter als die Tartaren, sie, die stch für die Weisesten undFrömmsten hielten auf Erden. Denn sie hatten doch sogar demGott der Sonnenstäubchen einen eigenen Tempel errichtet;