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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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jetzt. Die Schlacht von Pultawa im Jahr 1709 sah wohl einerSchlacht von Jena und Austerlitz ähnlich.

Zwar hatten wir im Jahr 1809 einen Napoleon, dessenZauberschwert die politische Gestalt Europens verwandelte. Aberdas Jahr 1709 hatte einen Peter den Großen, der eine Wildnißfand, und daraus ein europäisches Reich schuf, und das Götterlichtder Aufklärung und Gesittung den Barbaren des Nordens brachteund in den Rang der großen Wohlthätcr des menschlichen Ge-schlechtes trat.

Zwar hatten wir Schlachten von Austerlitz und Auerstädtgesehen. Aber die Leute von 1709 sahen die Schlacht von Mal-plagnet und Pultawa; sie hatten den blutigen Tag bei Narvagesehen, wo ein kaum zwanzigjähriger General an der Spitze von9000 Schweden nicht weniger als 100,000 Russen mitten unterihren Verschanzungen schlug, eine ganze Armee vernichtete, undeinen astatischen Prinzen vom Fuße des Kaukasus als Gefangenenzu seinen Füßen liegen sah.

Wir wissen jetzt noch von einem Moreau und Massen«, voneinem Nelson, Erzherzog Karl und Blücher zu erzählen; aberdie Leute, die 1709 in ihrem Lehnstuhl die Zeitung lasen, sprachendagegen von ihrem Marlborough und Prinz Engen, von ihremVendome und Villars.

Wahr ist's, unser Zeitalter ist an sonderbaren Erscheinungenreich. Alte Throne fielen zusammen, neue wurden gebaut. Dieweiland mächtigen Bourbonen pilgerten noch in der Welt zer-streut umher; das königliche Haus Von Braganza fluchtete überdas Weltmeer; die ehemaligen Monarchen Spaniens saßen auffranzösischen Landgütern; andern italienischen und deutschen Fürste»ging'S nicht besser. Allein das Sonderbare ist darum nichtimmer selten. Ständen unsere Großväter von 1709 ans, siewürden sich darüber gar nicht verwundern; sic würden sagen;