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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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mutter in alten Oelgemälden, mit welchen wir unsere Kinderstubentapcziren. Nebrigens macht man jetzt von den Thaten und Fatendes Jahres 1709 wenig Aufhebens mehr, weil man ungleich größereDinge erlebt zu haben meint.

Ich weiß aber nicht, ob cs unfern großen Männern und großenThaten um ein Haar bester als jenen gehen wird. Fast möcht' ich'sbezweifeln. Denn wahrlich und leider, an Personen, die der großeHaufe gemeiniglich große Männer zu heißen Pflegt, haben alleJahrhunderte vollauf gehabt, mehr, als zu ihrer Glückseligkeit ebenvonnötheu waren. Auch spielt wahrscheinlich die Zeit mit ihren Enochs-kindern nicht so bald bankerott. Man könnte darauf wetten, unsereEnkel nach einem Jahrhundert belächeln, umgeben vom Glanz ihrerTage und Tageshclden, sehr selbstgefällig unsere überspannte Mei-nung ; so wie sich die schnippischen Mädchen von 1909 über die Modenihrer im Jahre 1809 auf Rcdouten und Bällen figurircndcn Groß-müttcrchen nicht wenig lustig machen werde».

Zwar wir hatten im Jahr 1809 einen fürchterlichen Doppel-krieg, der von dem blühenden hesperischen Garten bis zur Zonedes ewigen Eises wüthete. Im Süden haderten Frankreich undEngland um die leeren Throne von Spanien und Portugal;im Norden kämpften in Finnlands Schneefeldern Schweden undRußland. Allein im Jahre 1709 war's fast dasselbe. Auch da-mals war Spanien ein großes Schlachtfeld. Frankreich und Oester-reich waren es, die, um den spanischen Thron nach König KarlsII. Tode, den langen SuccesflonSkrieg führten, nur mit dem Un-terschiede, daß Frankreich damals minder glücklich war, wovon dieberühmte Schlacht bei Malplaquet im Jahr 1709 zeugte, dieden Muth des abgelebten Ludwigs XIV. gar sehr beugte. Diebesten seiner Generale waren schon gestorben, und andere Nationenhatten die vorzüglichem Heerführer. Eben so wüthete.damalsim Norden zwischen Schweden und Rußland der Krieg, wie