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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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hören werde! Wie süß wird nur selbst die Erinnerung sei», einstals Monarchin den Menschen wohlgcthan zu haben!" Und alsnun der große Schritt gethan war, ließ sie »och eine Medailleprägen mit der Legende:Der Parnaß ist schöner als derThron/'

Theodora, Kaiser Justinians Gemahlin und Mitregentin,dachte in diesem Punkte sehr verschieden von der Schwedin. Alsbeim Nika-Aufruhr im Jänner 832 Konstantinopels Straßen mitBlut gefärbt und die prächtigen Paläste, selbst die St. Sophien-kirche, in Hellen Flammen waren; als zaghaft der Kaiser schon dieVersammlung des Raths berufen hatte, um sein Heil dnrch dieFlucht zu retten, sprach Kaiserin Theodora die ächt-kaiserlichenWorte:Und wäre Flucht unsere letzte Hilfe, ich würde sie ver-schmähen. Tod ist die Bedingung unserer Geburt; wer einmal dieHerrschaft besaß, darf den Verlust seiner Würde und seiner Staa-ten nie überleben. Ich flehe zum Himmel, daß man mich nie,auch nicht eine» einzigen Tag, ohne Diadem und Purpur erblicke:daß ich das Licht nicht mehr sehe, wenn man mich nicht mehrKaiserin grüßt. Bist du, c Kaiser, zur Flucht entschlossen,wohlan, du hast Schätze; betrachte das Meer, du hast Schiffe.Aber zittere, die Liebe zum Leben gibt dich elender Verbannungund schimpflichem Tode preis. Ich hingegen bleibe dem Grund-sätze der Alten treu: Der Thron ist ein glorreiches Grab!"

Wie sehr die Empfindungen und Nrtheilc beider gekrönten Da-men kontrastiren, darf ich nicht erst sagen, wohl aber, daß dieschwedische Christin« die Tochter des ruhmvollen Königs GustavAdolfs und die orientalische Kaiserin Theodora Tochter einesBärenwärters, und vor ihrer Thronerhebnng ein unterhal-tenes Freudenmädchen war.

Karl V., seines Zeitalters mächtigster Monarch, in dessenStaaten die Sonne niemals vom Himmel verschwand, legte eben-Zsch. Ges. Schr. 35. Thl. 10"