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verbrechen daraus machen. Denn wen eine Königin haßt, den mußkein Mensch mehr liebenswürdig finden, dachie fle.
Sie ließ, des literarischen Verbrechens wegen, sogleich ihrengelehrten Kanzler Baco rufen, der, wiewohl er das höfischeSchmeicheln sehr gut verstand, doch zuweilen noch lieber Ehren-mann, als gemeiner Höfling sein wollte.
„Nicht so?" sagte die Königin: „es steckt in dem Buche nichtsGutes? es ist wahrer Hochverrat) ?"
„Das möchte ich nicht behaupten, denn es ließe sich nicht be-weisen," antwortete der Kanzler; „aber man kann den Verfassereines ganz andern Kapitalverbrechens überführen."
„Und das wäre?" fragte Elisabeth hastig.
„Er hat offenbar Betrug getrieben, indem er Stellen des Ta-citus für sein Eigenthum ansgibt."
Die Königin verstand ihren Kanzler nicht. Sie meinte, Hay-ward habe irgend einem Andern nur seinen Namen geliehen; essei da Kabale, Jntrigue und dergleichen. Sie wollte hinter dasGeheimnis, kommen, und schlug vor, dem Doktor die Foltergeben zu lassen, um Alles herauszubringen.
„Nein, Ihre Majestät," cntgegnete Baco, „man-muß nichtden Mann, sondern seinen Styl auf die Folter legen. Mansperre ihn ein, gebe ihm Papier, Feder und Dinte; er setze seinWerk fort. Dann will ich den Augenblick erkennen, ob er allesselbst gedacht und geschrieben hat."
Die Königin kam lächelnd von ihrem Jrrthum zurück. Die ,scherzhafte Wendung, welche Baco der Sache gegeben, rettete ei-nen wackern Gelehrten und Familienvater vor der Tortur.
Wie wohlthätig könnte nicht noch heutiges Tages mancher Bacowerden, wenn's auch nicht immer wegen Errettung von der Fol-ter wäre!