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weil er einen Meuchelmord begangen, hat jetzt neunzehn Menschenumgebracht. Ich lasse ihn hinrichten/'
„Neunzehn?" erwiederte Montausier: „Nicht doch, Sire; erhat eigentlich nur einen einzigen ums Leben gebracht, und IhreMajestät die neunzehn andern."
Wer muß nicht den Muth des edeln Mannes bewundern, derso etwas einem Könige sagen konnte? Wer aber bewundert nichtnoch mehr den sonst so eiteln Ludwig den Vierzehnten, der solcheWahrheit ohne Stirurunzeln hörte und den Sprecher lieb behielt?
Montausier prästdirte der Erziehung des Dauphin, alsdessen Gouverneur. Bekannt ist folgende Anekdote:
Der Dauphin glaubte einst, der Herzog habe ihm im Unwilleneinen Stoß gegeben. — „Was, Herr, Sie schlagen?" rief derDauphin, und wandte sich zu einem Bedienten: „Bringt mirPistolen her, den Augenblik." — Der Diener zauderte. „Bringetdem Prinzen die Pistolen!" sagte der Herzog mit seiner gewöhn-lichen Kaltblütigkeit. Sie kamen. Er gab sie dem Dauphin. „Jetzt,gnädigster Herr, was wollen Sie damit machen?" sagte er ge-lassen zum Prinzen. Dieser fühlte seine Uebereilung, und warf sichihm zu Füßen. — Montausier küßte ihn. „Sehen Sic, dahinführt Leidenschaft!" sagte er.
Minder bekannt aber ist folgender Zug. Er führte einst seinenköniglichen Zögling in ein armseliges Bauernhaus. „Sehen Sie,mein Prinz," sagte er zu ihm, „unter diesem Strohdach, in dieserhinfälligen Hütte, leben der Vater, die Mutter und die Kinder,die unaufhörlich arbeiten, um das Gold zu bezahlen, wovon IhrePaläste schimmern, und die fast Hungers sterben, um die KostenIhrer Tafel zu bestreiten."
Als der Herzog sein Erzicheramt niederlegte, sprach er zumDauphin: „Gnädigster Herr, sind Sie ein edler Mensch, so werden